SpOn 10.02.2026
19:03 Uhr

Lufthansa: Piloten und Flugbegleiter planen Streik am Donnerstag


Am Donnerstag wollen Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa gleichzeitig streiken. Die einen fordern eine höhere Betriebsrente, die anderen Tarifverhandlungen. Reisende müssen mit Flugausfällen rechnen.

Lufthansa: Piloten und Flugbegleiter planen Streik am Donnerstag

Im Streit über höhere Betriebsrenten bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem eintägigen Streik am Donnerstag aufgerufen. Demnach sollen ‌Flüge der Kernmarke Lufthansa und der Frachtairline Lufthansa ⁠Cargo ‍bestreikt werden, die von deutschen Flughäfen aus starten, wie die VC am ​Dienstag mitteilte.

Die Piloten beabsichtigen zudem, Anreisen von ‌Cockpit-Beschäftigten ⁠zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings zu bestreiken. Die VC fordert für die rund 4800 Cockpit-Beschäftigten höhere Beiträge ⁠zur Betriebsrente. Das Airline-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer ‌Profitabilität der Premium-Fluglinie ab. ‍Die Pilotinnen und Piloten sind nach ‍einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, läuten aber erst jetzt den ‍Arbeitskampf ein.

Lufthansa-Flugbegleiter streiken zeitgleich

Auch die Flugbegleiter gehen am Donnerstag in den Streik. Die Kabinengewerkschaft Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.

Unter den Schlagworten »Produktivität« und »Flexibilität« verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.

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Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.

jmm/Reuters/dpa