Fast 20 Jahre nach seinem Tod steht Italiens Startenor Luciano Pavarotti als Dirigent auf einer künstlichen Eisbahn – sehr zum Ärger seiner Witwe.
Rund um ein Bronzedenkmal für Pavarotti hat die mittelitalienische Stadt Pesaro für die Adventszeit vorübergehend eine Eislauffläche anlegen lassen. Mit seinen ausgebreiteten Armen sieht der lebensecht gestaltete Pavarotti (1935–2007) in Konzertkleidung nun aus, als ob er die Schlittschuhläufer dirigieren wollte. Dabei steht das Denkmal bis zu den Knien in einem Bretterverschlag.
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Pavarottis Witwe Nicoletta Mantovani bezeichnete die Idee des Gemeinderats der 100.000-Einwohner-Stadt als »Verhöhnung von Luciano«. Der Tageszeitung »Il Resto del CarIino« sagte sie: »Das ist eine extrem hässliche Sache.« In Pesaro an der Adriaküste besaß Pavarotti, der aus Modena stammte, eine große Villa. Er war dort auch Ehrenbürger. Seine Witwe hatte im vergangenen Jahr an der Enthüllung des Denkmals teilgenommen.
Bürgermeister Andrea Biancani entschuldigte sich inzwischen bei ihr. Die Idee, eine Eisbahn rund um das Denkmal auf einem zentralen Platz der Stadt zu bauen, sei »sicherlich ein Fehler« gewesen. Für nächstes Jahr wolle man nach einer neuen Lösung suchen.
In den Tagen zuvor hatte Biancani das Bild von der umbauten Statue mehrfach auf sozialen Netzwerken gepostet und seine Stadt mit der »begehrtesten Eisbahn Italiens« gerühmt. Hier könne man beim Schlittschuhlaufen mit dem Startenor abklatschen.
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Von Unbekannten bekam das Denkmal ein Schild mit einer Nachricht an die Witwe umgehängt. Darauf heißt es: »Liebe Nicoletta, es gibt keinen Mangel an Respekt. Der Maestro hätte sich sicherlich gefreut, mitten unter Kindern zu sein, die sich amüsieren.«
