SpOn 22.01.2026
10:32 Uhr

Lucas Hernández: Anschuldigungen gegen Ex-Bayern-Star


Die Anwältin einer kolumbianischen Familie wirft dem ehemaligen Bayern-Verteidiger Lucas Hernández und seiner Frau Victoria Triay vor, ihre Klienten illegal beschäftigt zu haben. Die Beschuldigten bestreiten »böse Absicht«.

Lucas Hernández: Anschuldigungen gegen Ex-Bayern-Star

Der frühere Bayern-Verteidiger und Ex-Weltmeister Lucas Hernández sowie seine zukünftige Ehefrau Victoria Triay sind nach Informationen des französischen Magazins »Paris Match«  wegen Menschenhandels und Schwarzarbeit bei der Staatsanwaltschaft in Versailles angezeigt worden. Hinter den Anschuldigungen, die Hernández und seine Partnerin in einer Stellungnahme zurückwiesen, soll eine kolumbianische Familie stehen – die Eltern und ihre drei Kinder.

Demnach soll das Paar die Familie von September 2024 bis November 2025 mit diversen Tätigkeiten im Haushalt beschäftigt und diese Anstellungen nicht ordnungsgemäß angemeldet haben.

Lola Dubois, die Anwältin der Familie, wirft dem Fußballstar von Paris Saint-Germain und seiner Partnerin vor, einer ganzen Familie ihre Rechte vorenthalten zu haben. Ihre Klienten hätten »zwischen 70 und 80 Stunden pro Woche« für ein bar ausgezahltes Gehalt von etwa 2000 Euro gearbeitet, »ohne bezahlten Urlaub, ohne jegliche Dokumente, die ihre Arbeitnehmerrechte belegen«, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Dubois spricht von einer Haltung, »die an moderner Sklaverei« grenzt.

Hernández und Partnerin sprechen von »Vertrauensbruch«

Hernández und Triay wiesen die Vorwürfe in einer gemeinsamen Stellungnahme  auf Instagram zurück und sprachen von einem »Vertrauensbruch«. Das Paar bestreitet, in »böser Absicht« oder »unter Missachtung des Gesetzes« gehandelt zu haben.

»Wir öffneten unser Haus und unser Leben für Menschen, die sich als Freunde vorstellten, die unsere Freundlichkeit suchten und für die wir aufrichtige Zuneigung empfanden«, schrieben sie. »Wir halfen ihnen, unterstützten sie und glaubten ihnen, als sie uns versicherten, dass sie dabei seien, ihren Status zu legalisieren. Dieses Vertrauen wurde missbraucht.«

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Hernández war einst ein Bundesligastar. 2019, ein Jahr nach dem WM-Titel mit Frankreich, wechselte er für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern. Nie zuvor hatten die Münchner eine höhere Ablöse für einen Spieler investiert.

Mit den Bayern gewann der Verteidiger unter anderem 2020 die Champions League. 2023 ging er zum französischen Serienmeister Paris Saint-Germain, mit dem er ebenfalls im vergangenen Jahr die Königsklasse gewann.

PSG äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall. Hernández ist mehrfach aufgrund häuslicher Gewalt vorbestraft. 

ngo/dpa/sid