SpOn 13.02.2026
16:09 Uhr

London - Heathrow: Links-rechts-Verwirrung sorgt für Gedränge am Flughafen


In Heathrow wirkt es oft besonders voll, aber dieses Problem kann kein Ausbau des Airports lösen, sagt der Chef. Es liegt an den Herkunftsländern der Reisenden – und einer Besonderheit.

London - Heathrow: Links-rechts-Verwirrung sorgt für Gedränge am Flughafen

Der Flughafen Heathrow hat ein Problem mit Überfüllung, das auch eine dritte Start- und Landebahn nicht lösen kann: Britische und ausländische Reisende gehen auf verschiedenen Seiten und stoßen immer wieder zusammen. So zitieren der »Guardian « und die »Financial Times « den Geschäftsführer des Flughafens.

Thomas Woldbye erklärte, dass der einzige britische Drehkreuzflughafen aufgrund seiner kleineren Fläche mehr Passagiere pro Quadratmeter abfertige als Konkurrenten wie beispielsweise Amsterdams Schiphol. Die Überfüllung habe aber einen anderen Grund:

»Das Problem ist, dass die Briten im Allgemeinen eher links orientiert sind, während die Europäer normalerweise eher rechts orientiert sind«, sagte Woldbye demnach bei einem Branchentreffen. Auf dem Weg vom und zum Gate stehen sich die Reisenden deshalb im Weg und auf den Füßen – die Terminals würden dadurch voller wirken, als sie tatsächlich seien.

Besonders geht es dabei um Terminal 5, das von der International Airlines Group, dem Eigentümer von British Airways, genutzt wird.

Mehr zum Thema

Woldbye sagte, er mache zwar »Scherze mit unseren Leuten«, aber es sei ein Problem, das sich ändern lasse. Es brauche ein Leitsystem, um sicherzustellen, »dass alle, die in diese Richtung gehen, links und alle, die in diese Richtung gehen, rechts bleiben.«

Trotzdem soll der Flughafen vergrößert werden: Rund 49 Milliarden Pfund (etwa 57 Milliarden Euro) sind für Modernisierung und Ausbau angedacht. Herzstück des Projekts ist der Bau einer dritten Start- und Landebahn mit einer Länge von 3500 Metern, wie der Flughafen mitteilte. Allein dieses Vorhaben soll rund 24 Milliarden Euro kosten. Zehn Jahre soll der Bau dauern, Kritiker warnen vor Lärm, Klimafolgen und massiven Eingriffen in die Infrastruktur.

Auch die Airlines sprechen sich dagegen aus. So warnte Luis Gallego, Geschäftsführer der International Airlines Group in der  »Financial Times«: Die Pläne seien »für Fluggesellschaften und ihre Kunden nicht finanzierbar und könnten scheitern, da sich die Fluggesellschaften nicht in der Lage sehen werden, mehr Flüge aufrechtzuerhalten«.

esk