SpOn 17.12.2025
17:04 Uhr

Lizzo freut sich: Gericht weist Fatshaming-Vorwurf zurück, andere Klagepunkte aber nicht


Drei Tänzerinnen haben Lizzo verklagt. Der Vorwurf, die Sängerin habe Gewichtszunahme kommentiert, wurde nicht zugelassen. Doch Klagepunkte zu Sexshows wurden aufrechterhalten. Auf Instagram kommentierte der Star das Ganze.

Lizzo freut sich: Gericht weist Fatshaming-Vorwurf zurück, andere Klagepunkte aber nicht

Sie bricht ihr Schweigen und schweigt doch: Melissa Viviane Jefferson, 37, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Lizzo, hat bei Instagram auf Entwicklungen in einem Gerichtsverfahren reagiert, das seit über zwei Jahren schwelt. Im Sommer 2023 hatten drei Tänzerinnen gegen ihre frühere Chefin Lizzo geklagt, der sie vorwarfen, ein feindseliges Arbeitsumfeld geschaffen zu haben.

Die Vorwürfe umfassen unter anderem »sexuelle, religiöse und rassistische Belästigung, Diskriminierung aufgrund einer Behinderung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung«, erklärte seinerzeit die Anwaltskanzlei der Klägerinnen. Die Vorfälle sollen zwischen 2021 und 2023 stattgefunden haben.

Anfang 2024 nahm ein Richter in Los Angeles die Klage der Tänzerinnen Arianna Davis, Crystal Williams und Noelle Rodriguez grundsätzlich an. Allerdings wurde ein spektakulärer Punkt aus der Klageschrift zurückgewiesen: Lizzo habe die Gewichtszunahme einer Tänzerin kritisiert und diese später beschimpft. Dieser Vorwurf drohte besonders imageschädigend für die Sängerin zu sein, die Fragen der Body Positivity häufig thematisiert hat – und dafür gefeiert wurde.

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In ihrem neuen Instagramvideo freut sich Lizzo immer noch sehr über diesen Teilerfolg vor Gericht. Auf der Tonspur des Videos ist zwar nur Musik zu hören, aber ein Textstatement wird eingeblendet. Darin heißt es: »Die Klägerinnen haben den Vorwurf des Fatshaming gegen mich offiziell fallen lassen. Sie räumen ein, dass sie damit vor Gericht keine Erfolgsaussichten hatten. Es gab keine Beweise, dass ich sie gefeuert hätte, weil sie zugenommen hatten. Denn das ist nie geschehen. Nun ist die Wahrheit endlich am Licht.«

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Andere Punkte aus der Klageschrift wurden jedoch vom Gericht in Los Angeles zur weiteren Verhandlung zugelassen, wie das Branchenmagazin »Billboard« kürzlich berichtete . Dabei geht es unter anderem um Vorwürfe, die Tänzerinnen seien unter Druck gesetzt worden, Sexshows in Amsterdam und Paris zu besuchen. Dort seien sie genötigt worden, mit den nackten Darstellerinnen zu interagieren.

Lizzos Anwaltsteam kündigte demnach im Sommer an, gegen diese Entscheidung Widerspruch einzulegen. Die Gruppenausflüge mit den Tänzerinnen seien Teil von Lizzos kreativem Prozess und dadurch vom Verfassungszusatz zur freien Meinungsäußerung gedeckt.

Eine Argumentation, der Ari Stiller, der Rechtsvertreter der Tänzerinnen, nicht folgen will. »Wenn das der Standard ist«, argumentiert er »Billboard« zufolge in einem Schriftsatz vom 8. Dezember, »dann hätte Johnny Cash einen Mann in Reno erschießen können, nur um ihn sterben zu sehen« – und das rechtlich dadurch geschützt sehen können, dass er hoffe, die Tat könne ihn zu einem Lied inspirieren, so der Anwalt. Er bezieht sich auf Cashs berühmten »Folsom Prison Blues« von 1955, in dem die Zeile »But I shot a man in Reno, just to watch him die« vorkommt.

Ein Berufungsgericht wird den Widerspruch von Lizzo 2026 bewerten müssen. Sollte es ihn abweisen, ginge das Verfahren zurück zu Richter Mark H. Epstein in Los Angeles.

Womöglich ist der Instagram-Beitrag der Sängerin im Zusammenhang mit dem Schriftsatz der Klägerseite (und der Berichterstattung darüber) zu sehen. Lizzo betont darin, die Tänzerinnen seien gefeuert worden, weil sie eine private Aufnahme von ihr ohne Erlaubnis an Ex-Mitarbeitende geschickt hätten. Die Fatshaming-Vorwürfe hätten sie zwei Jahre lang »verfolgt«. Es sei schlimm gewesen, sie im Stillen zu ertragen, aber sie habe ihre Anwälte sprechen lassen wollen. »Ich werde mich nicht außergerichtlich einigen«, kündigte Lizzo an: »Ich werde jeden einzelnen Vorwurf bekämpfen, bis die Wahrheit ans Licht kommt«.

feb