SpOn 24.11.2025
04:34 Uhr

Litauen: Schmuggelballons legen Flugverkehr in Hauptstadt Vilnius lahm


Diese Zigarettenlieferungen kommen in Litauen gar nicht gut an: Schmuggler aus Belarus haben erneut mit Ballons den Luftraum des baltischen Staates gestört. Starts und Landungen in Vilnius wurden gestrichen.

Litauen: Schmuggelballons legen Flugverkehr in Hauptstadt Vilnius lahm

Wieder ist es am Himmel über Litauen zu Sichtungen von unliebsamen Ballons gekommen. Der Flughafen der Hauptstadt Vilnius ist nach Behördenangaben erneut wegen der Ballons mit Schmuggelware gesperrt worden. Die Ballons seien am Sonntag auf dem Radar aufgetaucht, teilte das nationale Krisenmanagementzentrum des Landes mit.

In den vergangenen Wochen war der Flughafen bereits wiederholt mit derselben Begründung geschlossen worden. Die Wetterballons werden nach litauischen Angaben zum Schmuggel von Zigaretten aus dem Nachbarland Belarus eingesetzt.

Litauen wirft dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vor, diese Praxis nicht zu unterbinden, und bezeichnet dies als Form »hybriden Angriffs«. Als Reaktion hatte Litauen Übergänge der ohnehin streng kontrollierten Grenze beider Länder geschlossen.

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Lukaschenko hatte dies als »verrückten Betrug« bezeichnet. Seitdem Russland seinen Krieg gegen die Ukraine begonnen hatte, haben sich die Beziehungen von Russlands Verbündetem Belarus und dem Nato- und EU-Mitglied Litauen deutlich verschlechtert.

Ministerpräsidentin erwägt härtere Strafen

Nach vergleichbaren Vorfällen Ende Oktober hatte das litauische Militär erklärt, man werde »alle nötigen Maßnahmen« ergreifen, um aus Belarus einfliegende Ballons zu stoppen. Nähere Ausführungen hierzu gab es nicht. Die Ballons steigen in der Regel nahezu senkrecht auf und überqueren die Grenze in großer Höhe. Dadurch seien sie den Behörden zufolge schwer zu erkennen.

Die litauischen Behörden stellten nach den Vorfällen mehrere gelandete Ballons sicher, an denen in Plastikfolie eingewickelte Kisten mit Schmuggelzigaretten befestigt waren. Auch wurden Personen festgenommen, die in den Schmuggel auf dem Luftweg verwickelt sein sollen. Ministerpräsidentin Inga Ruginiene kündigte an, dass in Reaktion auf die Vorfälle über höhere Strafen für Schmuggeltätigkeiten beraten werde.

jok/Reuters