Lindsey Graham ist tot. Das bestätigte am Sonntagmorgen das Büro des US-Senators. Der langjährige Verbündete von US-Präsident Donald Trump starb im Alter von 71 Jahren infolge eines Herzstillstands nach kurzer plötzlich aufgetretener Erkrankung.
Statement from the Office of U.S. Senator Lindsey Graham (R-South Carolina). pic.twitter.com/CQ5yVvqTH1
— Lindsey Graham (@LindseyGrahamSC) July 12, 2026
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Graham war ab 1994 Mitglied des Repräsentantenhauses und vertrat seit 2003 den US-Bundesstaat South Carolina im US-Senat. Seine Amtszeit wäre im Januar 2027 geendet, Graham befand sich gerade mitten im Wahlkampf für eine Wiederwahl.
Lindsey Graham galt als einer der einflussreichsten republikanischen Politiker in Washington und eine gewichtige Stimme in der Außen- und Verteidigungspolitik. Er stand konservativen Positionen seiner Partei nahe und sah sich zu Beginn seiner politischen Laufbahn in der Tradition von Ronald Reagan.
Seit 2003 war Graham Mitglied des US-Senats
Foto: Susan Walsh / APAber Graham suchte auch immer wieder die überparteiliche Zusammenarbeit mit den Demokraten. Mit Donald Trump verband ihn eine wechselhafte Beziehung. Zunächst waren sie einander in tiefer Abneigung verbunden: Graham bezeichnete Trump als unwählbar, während der ihn gar als »Idiot« titulierte.
Vom Trump-Kritker zum Verbündeten
2016 trat Graham in den republikanischen Vorwahlen gegen den späteren Wahlsieger Trump an und erklärte: »Wenn wir Trump nominieren, werden wir verlieren (...), und zwar verdient.« Im selben Jahr kritisierte er Trumps Weigerung, das Ergebnis der US-Wahlen im Falle seiner Niederlage anzuerkennen: »Wenn er verliert, dann nicht, weil das System manipuliert ist, sondern weil er als Kandidat versagt hat.«
Graham kritisierte Trump auch im Kontext der Begnadigung von etwa 1500 Trump-Anhängern, die am 6. Januar 2021 das US-Kapitol angegriffen hatten. »Ich befürchte, dass dies zu mehr Gewalt führen wird«, sagte Graham, der dem Justizausschuss des Senats angehörte. Trump habe zwar die rechtliche Befugnis, die Begnadigungen auszusprechen. Doch: »Ich halte es für einen Fehler, die Leute zu begnadigen, die ins Kapitol gegangen sind und Gewalt gegen Polizisten angewendet haben. Denn es scheint zu suggerieren, dass das eine gute Sache ist.«
Trump und Graham hatten eine wechselhafte Beziehung
Foto: Jacquelyn Martin / APIm Laufe der Jahre entwickelte sich Lindsey aber zum Trump-Unterstützer. 2018 trat er für die umstrittene Nominierung von Brett Kavanaugh als Kandidat für den Supreme Court ein und erstritt dessen Bestätigung im Senat. Laut der Nachrichtenagentur Reuters bezeichnete Trump Graham in einer Reaktion auf dessen Tod als »wahren Patrioten« und als »einen der besten Menschen und Senatoren«, die er je gekannt habe.
Graham war unter anderem häufig auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu Gast, im Februar trat er am Rande der Konferenz bei einer Großveranstaltung der iranischen Exil-Opposition auf.
Lindsey Graham war schon seit Anfang der Neunzigerjahre in der US-Politik
Foto: Karin Cooper / Getty ImagesGraham vertrat in der Außenpolitik eine harte Linie gegenüber Russland und Iran. Noch am Samstag hatte sich Graham gemeinsam mit einem republikanischen und zwei demokratischen Kollegen auf verschärfte Sanktionen gegen Russland geeinigt. Er war gerade erst von einem Besuch der Ukraine und einem Treffen mit Präsident Selenskyj in die USA zurückgekehrt.
In der Erklärung zu seinem Tod hieß es, seine Familie bedanke sich »bei allen, die für sie beten«. Sie bitte »um Respekt für ihr Privatleben in dieser extrem schwierigen Zeit«.
