SpOn 13.02.2026
21:34 Uhr

Lilly Blaudszun: Wirbel um Sprecherin von SPD-Landeschefin Manuela Schwesig


Eine Personaldebatte überschattet für Manuela Schwesig den Start ins Wahljahr: Ihre Sprecherin Lilly Blaudszun steht wegen ihrer Tätigkeit für eine Agentur in der Kritik. Der Steuerzahlerbund wittert eine »Grauzone.«

Lilly Blaudszun: Wirbel um Sprecherin von SPD-Landeschefin Manuela Schwesig

Für Manuela Schwesig beginnt das Wahljahr mit anhaltender Unruhe. Im Zentrum der Debatte steht ihre neue Sprecherin, Lilly Blaudszun. Die 24-Jährige soll für die SPD-Landeschefin die Kommunikation im Wahlkampf steuern, doch noch vor dem offiziellen Start sorgt ihre berufliche Doppelrolle für Kritik.

Blaudszun ist neben ihrer Tätigkeit für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern auch für die Kommunikationsagentur 365 Sherpas aktiv. Genau diese Agentur hatte in der Vergangenheit Aufträge der Staatskanzlei erhalten. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen Regierungssprecher berichtet, flossen zwischen 2022 und 2025 rund 60.000 Euro an das Unternehmen. Es sollte die Staatskanzlei bei der Öffentlichkeitsarbeit rund um den Untersuchungsausschuss des Landtags zur Klimaschutzstiftung MV und zur Gaspipeline Nord Stream 2 unterstützen.

Relaunch über Schwestergesellschaft

Der Auftrag für den Relaunch des Online-Regierungsportals soll jedoch nicht an 365 Sherpas, sondern an die Firma Ressourcenmangel Integral GmbH gegangen sein. Beide Unternehmen gehören zur Hirschen Group. Für die Vergabe sei diese Konzernzugehörigkeit unerheblich gewesen, betont der Regierungssprecher. Der Auftrag sei europaweit ausgeschrieben worden und das Angebot von Ressourcenmangel habe sich als das wirtschaftlichste erwiesen.

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Kritik vom Steuerzahlerbund

Dennoch sieht der Bund der Steuerzahler  Klärungsbedarf. Landeschef Sascha Mummenhoff hatte kritisiert, dass Blaudszun parallel für eine Unternehmensberatung arbeite, die von der Staatskanzlei »mit lukrativen Aufträgen« versorgt worden sei. Dies bewege sich »mindestens in einer Grauzone.«

Regierungssprecher Andreas Timm wies die Vorwürfe zurück. Diese seien »an den Haaren herbeigezogen«. Der Beratungsauftrag an 365 Sherpas sei klar definiert gewesen und zudem vor Blaudszuns Tätigkeit vergeben worden. »Da kann es also keinen Zusammenhang geben«, so Timm.

Er verwies zudem darauf, dass die Personalentscheidung vom SPD-Landesverband und nicht von der Staatskanzlei getroffen worden sei. Dadurch seien Regierungs- und Parteikommunikation organisatorisch getrennt.

Gleichwohl fordert die Opposition politische Konsequenzen. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Nikolaus Kramer, verlangte von Schwesig, Blaudszun »aus dem Spiel zu nehmen.«

dtt/dpa