SpOn 09.02.2026
13:00 Uhr

Libyen: Migrantenboot sinkt im Mittelmeer, mehr als 50 Vermisste


Ein Schlauchboot mit Flüchtenden kentert vor Libyen, nur zwei Frauen konnten bislang geborgen werden. Nach Angaben der Geretteten werden mehr als 50 Personen vermisst – darunter auch zwei Babys.

Libyen: Migrantenboot sinkt im Mittelmeer, mehr als 50 Vermisste

Dutzende Schutzsuchende gelten nach einem Schiffsunglück im Mittelmeer als tot oder vermisst. Das berichtet  die Internationale Organisation für Migration (IOM). Es soll sich insgesamt um 53 Migrantinnen und Migranten handeln, darunter zwei Babys. Die Gruppe sei auf einem Schlauchboot vor der libyschen Küste unterwegs gewesen.

Der Schiffbruch hat sich laut IOM bereits am Freitag ereignet, bisher konnten nur zwei aus Nigeria stammende Frauen von der libyschen Küstenwache geborgen werden. Die eine Frau gab an, ihre beiden Babys in den Wellen verloren zu haben. Die andere vermisste ihren Ehemann. Insgesamt soll das Schlauchboot nach Angaben der zwei Überlebenden gut sechs Stunden im Mittelmeer gedümpelt sein, bevor es mit Wasser volllief und unterging.

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Laut IOM sind allein im Januar mindestens 375 Flüchtende ertrunken oder verschollen beim Versuch, nach Europa zu gelangen. Vor allem in den Wintermonaten gelten die Passagen durchs Mittelmeer aufgrund von Stürmen als besonders gefährlich. Im vergangenen Jahr sind laut IOM mehr als 1300 Menschen auf der sogenannten Zentralroute im Mittelmeer ertrunken. Die Route führt von Libyen gen Italien, die Uno-Migrationsagentur bezeichnet das Mittelmeer als den »tödlichsten Migrationskorridor der Welt«.

Gefährliche Routen

Andere Routen führen im Westen von Marokko auf die Kanaren oder gen Spanien oder im Osten von der Türkei gen Griechenland. Auch diese Passagen gelten als gefährlich, immer wieder gibt es Meldungen von schiffbrüchigen Migrantinnen und Migranten.

Die IOM wie auch Menschenrechtsorganisationen drängen seit Jahren auf sicherere Überwege und einen besseren Küstenschutz. Die IOM verurteilte zudem das Vorgehen von Schleusern scharf. »Die Beförderung von Migranten auf seeuntüchtigen und überfüllten Booten ist eine Straftat«, erklärte die Organisation. Besonders verwerflich sei es, Menschen während eines schweren Sturms auf See zu schicken – unter Bedingungen, die ein nahezu sicheres Todesrisiko bedeuteten.

mrc