SpOn 25.04.2026
20:17 Uhr

Libanon: Waffenruhe brüchig – neue Tote trotz verlängerter Feuerpause


Trotz der von Donald Trump vermittelten Feuerpause hat es im Libanon erneut einen tödlichen israelischen Angriff gegeben. Vier Menschen starben. Israel zufolge handelte es sich dabei um Mitglieder der Hisbollah.

Libanon: Waffenruhe brüchig – neue Tote trotz verlängerter Feuerpause

Im Libanon bleibt die Lage trotz einer verlängerten Waffenruhe weiterhin angespannt. Immer wieder kommt es zu tödlichen Angriffen und gegenseitigem Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz.

Zuletzt wurden bei israelischen Angriffen im Süden des Landes mehrere Menschen getötet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums gab es unter anderem in Johmor al-Schakif im Bezirk Nabatije vier Tote, nachdem ein Lastwagen und ein Motorrad beschossen worden waren. Israel erklärte hingegen, es habe sich bei den Zielen um Hisbollah-Mitglieder gehandelt, die bewaffnet unterwegs gewesen seien.

Erst am Vortag waren bei israelischen Luftangriffen im Nachbarland nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet worden.

Kein Ende der Kämpfe trotz Waffenrufe

Israels Armee teilte währenddessen mit, sie habe in der Nacht im Südlibanon mehrere einsatzbereite Raketenabschussrampen der Hisbollah-Miliz angegriffen. Diese hätten eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten dargestellt.

Israels Armee meldete am Samstagnachmittag zudem erneut Beschuss aus dem Libanon auf Israel. Ein Geschoss wurde den Angaben zufolge abgefangen, ein weiteres stürzte auf offenem Gebiet ab. In mehreren Orten in Nordisrael gab es Raketenalarm. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, die Hisbollah habe Raketen auf Israel gefeuert.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekannt gegeben. Israel und die proiranisch Hisbollah-Miliz setzten ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort.

Ein weiterer Uno-Blauhelmsoldat erliegt seinen Verletzungen

Die Uno-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) gab indes am Freitag bekannt, dass ein indonesischer Blauhelmsoldat im Krankenhaus Verletzungen erlegen sei, welche er am 29. März bei einem Angriff erlitten hatte. Ende März war bereits ein weiterer Soldat bei einem Angriff getötet worden. Eine vorläufige Uno-Untersuchung ergab, dass dieser durch eine israelische Panzergranate getötet wurde.

Mehr zum Thema

Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanons und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Am 16. April verkündete Trump eine zehntägige Waffenruhe im Libanon, die der US-Präsident dann kurz vor ihrem Auslaufen um drei Wochen verlängerte.

Warum sich selbst frühere Verbündete wie Donald Trump von Netanyahu distanzieren, lesen Sie hier .

mgr/dpa/AFP