SpOn 11.12.2025
07:31 Uhr

Libanon: Blauhelme melden Beschuss aus Israel im Süden


Uno-Friedenstruppen überwachen im Südlibanon die Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel. Dabei sind sie von israelischen Soldaten beschossen worden. Laut dem Militär galt das Feuer einem Verdächtigen.

Libanon: Blauhelme melden Beschuss aus Israel im Süden

Israelische Soldaten haben nach Angaben der Uno-Friedenstruppe  im Südlibanon das Feuer auf Blauhelme eröffnet. Die Unifil-Soldaten patrouillierten am Mittwoch entlang der Blauen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Dort seien sie von israelischen Soldaten in einem Panzer beschossen worden, teilte die Beobachtermission mit.

Eine zehn Schuss umfassende Maschinengewehrsalve sei über den Konvoi hinweg abgefeuert worden, hieß es in der Uno-Mitteilung. Vier weitere Salven seien in der Umgebung eingeschlagen. Sowohl die Blauhelme als auch der Panzer der israelischen Streitkräfte befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf libanesischem Gebiet. Es habe keine Verletzten gegeben.

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Das israelische Militär sei im Voraus über den Ort und den Zeitpunkt der Patrouille informiert worden. Unifil forderte die israelischen Streitkräfte in einem Statement auf, ihr »aggressives Verhalten« sowie Angriffe auf und in der Nähe der Friedenstruppen einzustellen.

Israel spricht von Warnschüssen auf Verdächtige

In einer Stellungnahme der israelischen Armee zu dem Vorfall hieß es, Soldaten hätten einen Verdächtigen ausgemacht, der sich einem israelischen Stützpunkt genähert habe. Auf ihn seien Warnschüsse abgegeben worden. »Während des Warnfeuers nahmen Unifil-Kräfte Kontakt mit der israelischen Armee auf und erklärten, sie hätten Schüsse in ihre Richtung gehört«, hieß es weiter. »Ihnen wurde klargemacht, dass das Feuer nicht auf sie oder in ihre Richtung abgegeben wurde, sondern auf die sich nähernde Bedrohung in dem Gebiet.« Das Militär betonte, es gehe nicht gegen Uno-Truppen vor und werde weiter umfassend mit ihren Repräsentanten kooperieren.

Seit 1978 setzt sich die Unifil mit einem Uno-Mandat für den Frieden zwischen dem Libanon und Israel ein. Die Mission ist damit einer der ältesten friedenserhaltenden Einsätze der Vereinten Nationen. Zunächst war es ihre Aufgabe, einen angestrebten Waffenstillstand und den Abzug israelischer Sicherheitskräfte aus dem Libanon zu überwachen.

Nach dem offenen Krieg im vergangenen Jahr einigten sich beide Seiten eigentlich auf eine Waffenruhe . Es kommt jedoch immer wieder zu Verstößen. Israel wirft der Hisbollah vor, sich entgegen der Vereinbarung im Grenzgebiet neu zu organisieren.

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Immer gerieten Uno-Friedenstruppen in den vergangenen Monaten unter Beschuss. Die Lage hatte sich zuletzt wieder deutlich zugespitzt. Israel greift nahezu täglich weiter im Libanon an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe Ende November 2024 wurden im Libanon nach Uno-Angaben mehr als hundert Menschen getötet.

mgr/dpa