SpOn 06.03.2026
11:41 Uhr

Leipzig: Toter Säugling in Babyklappe in Sachsen gefunden


Er lebte offenbar schon nicht mehr, als er abgelegt wurde: Ein toter Junge wurde in der Babyklappe einer Leipziger Klinik gefunden. Die Polizei bittet nun um Hinweise.

Leipzig: Toter Säugling in Babyklappe in Sachsen gefunden

In einer Babyklappe des Leipziger Klinikums St. Georg ist ein toter Säugling gefunden worden. Es sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Der tote Junge war demnach am 27. Februar entdeckt worden. Die Polizei bittet um Hilfe aus der Bevölkerung. Sie sucht beispielsweise Hinweise auf eine Frau, die schwanger war, nun aber kein Baby hat. Zuvor hatte die »Leipziger Volkszeitung«  berichtet.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei der Säugling bereits tot gewesen, als er abgelegt worden sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig. Es gebe keine Hinweise auf sichtbare äußere Gewaltanwendungen. Ob der Junge lebend geboren worden sei, müssten weitere Untersuchungen ergeben.

Umstrittene Einrichtung

Die Babyklappe am St.-Georg-Klinikum ist nach Angaben einer Sprecherin die einzige in Leipzig und wurde 2004 eingerichtet. Seitdem seien dort etwa 30 Kinder abgelegt worden. »Es ist aber in meiner Erinnerung das erste Mal, dass ein totes Baby gefunden wurde«, sagte die Sprecherin.

Babyklappen bieten Menschen die Möglichkeit, ihr Neugeborenes anonym in medizinische Versorgung zu geben. Das Konzept soll Frauen in akuten Notsituationen helfen und Kindestötungen verhindern. Allerdings ist es auch umstritten, unter anderem weil die Möglichkeit der anonymen Abgabe mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Herkunft kollidiert.

Babyklappe per Video überwacht

Nach Angaben der Klinikumssprecherin aus Leipzig wird bei der Nutzung der Klappe ein Alarm aktiviert, der sofort einen Notfall auslöst. »Innerhalb weniger Minuten ist eine medizinische Person da und kümmert sich um den Säugling.«

Die Babyklappe wird zudem im Inneren per Video überwacht. Die Person, die den Säugling ablegt, wird aber nicht aufgenommen. Zudem ist die Klappe mit einem Wärmebettchen ausgestattet, und es liegen Identifikationskarten in mehreren Sprachen aus. Diese helfen, wenn sich die Mutter doch noch für das Kind entscheidet.

bbr/dpa