Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich teurer geworden . Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland gibt nun an, dass die steigenden Lebenshaltungskosten sie belasten – besonders für Lebensmittel. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen. Die Frage der Lebenshaltungskosten habe »politische Sprengkraft«, sagt Ramona Pop, Vorständin des Bundesverbands. Sie warnt, das Thema nicht zu unterschätzen. In Großbritannien und den USA sei das Thema wahlentscheidend.
Laut der Studie machen sich 58 Prozent der Menschen Sorgen mit Blick auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die finanzielle Situation ihres Haushalts:
Für mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind Lebensmittel der Bereich, in dem sie einen Preisanstieg am meisten spüren.
16 Prozent der Befragten nannten den Bereich Energie.
Für elf Prozent sind die Gesundheitskosten am meisten gestiegen, etwa für Krankenkassenbeiträge oder Pflege.
Mobilität, etwa ÖPNV-Fahrkarten oder Tanken, nennen vier Prozent der Menschen in Deutschland als Preissteigerung, die sie am stärksten spüren.
In der Verbraucherzentralen-Umfrage zeigt sich mit Blick auf das Jahr 2026 eine knappe Mehrheit der Befragten eher pessimistisch: Immerhin 47 Prozent blicken positiv in die Zukunft. Einen Unterschied gibt es hier jedoch je nach Haushaltseinkommen: Gutverdiener sind mit 58 Prozent mehrheitlich optimistisch, bei Menschen mit weniger Einkommen sind es nur 40 Prozent.
Verbraucherinnen und Verbraucher ärgern sich laut Vorständin Pop zudem über offene wie versteckte Preissteigerungen. Teilweise werde die Füllmenge reduziert oder die Qualität: etwa in Fruchtsäften, wo »immer weniger Frucht und immer mehr Zucker und Aromastoffe enthalten sind«. Das sei »Verbrauchertäuschung«, sagt Pop. Sie fordert eine »klare Kennzeichnung von Mogelpackungen«.
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Für die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands wurden Anfang Dezember 1002 Menschen ab 18 Jahren per Telefon befragt.

