SpOn 07.03.2026
18:49 Uhr

Lateinamerika: Donald Trump veranstaltet Anti-Drogen-Gipfel – wichtige Staatschefs fehlen


Trump hat eine neue Militärkoalition gegen Drogenkartelle angekündigt. Bei der Aktion »Schild Amerikas« machen jedoch nur befreundete Länder mit. Die wichtigsten Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas fehlen.

Lateinamerika: Donald Trump veranstaltet Anti-Drogen-Gipfel – wichtige Staatschefs fehlen

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit zahlreichen Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik eine neue »Militärkoalition zur Ausrottung der kriminellen Kartelle« angekündigt. Kern der Vereinbarung sei der Wille, »tödliche militärische Gewalt einzusetzen, um die finsteren Kartelle und terroristischen Netzwerke zu zerstören«, sagte Trump in Doral, unweit von Miami im US-Bundesstaat Florida. Vertreter von mehr als einem Dutzend Staaten hätten sich »Amerikas Koalition gegen Kartelle« angeschlossen.

»So wie wir eine Koalition gebildet haben, um IS (die Terrororganisation »Islamischer Staat« – Red.) im Nahen Osten zu vernichten, müssen wir jetzt dasselbe tun, um die Kartelle zu Hause zu vernichten«, betonte Trump. Zur Sonderbeauftragten für die Initiative ernannte er die Republikanerin Kristi Noem , die er am Donnerstag ihres Amtes als Heimatschutzministerin enthoben hatte. Noem erklärte, sie beabsichtige, die Drogenkartelle zu zerschlagen.

US-Präsident Trump (r.) mit dem argentinischen Präsidenten Milei (l.)

US-Präsident Trump (r.) mit dem argentinischen Präsidenten Milei (l.)

Foto: Mark Schiefelbein / AP / dpa

Trumps Regierung hatte bereits in ihrer nationalen Sicherheits- und Verteidigungsstrategie hervorgehoben, die eigenen Interessen in der westlichen Hemisphäre priorisieren zu wollen. Damit ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegenden Inseln gemeint. Trump bekräftigte zuletzt mehrfach den Anspruch seines Landes auf die Vorherrschaft in dieser Region.

Nur die Trump-Fans aus Südamerika waren anwesend

An dem »Schild Amerikas« getauften Treffen am Samstag in Florida nahmen Vertreter von zwölf Ländern in Lateinamerika und der Karibik teil, die Trump nahestehen. Unter den Gästen waren etwa der ultraliberale argentinische Präsident Javier Milei und der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele . Nicht vertreten waren dagegen die bevölkerungsreichsten Länder der Region: Brasilien, Mexiko und Kolumbien, die linksgerichtete Regierungen haben.

Vor allem die mexikanischen Drogenkartelle sind für die Einfuhr von Drogen in die USA verantwortlich. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat einen direkten Einsatz des US-Militärs in ihrem Land im Kampf gegen die Drogenkriminalität aber ausgeschlossen. »Die Kartelle regieren Mexiko, wir können sie nicht dulden«, sagte Trump.

Der US-Präsident teilte auch gegen verfeindete Staaten in der Region aus. Erneut stellte er ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung in Kuba in Aussicht. »Ich werde mich um Kuba kümmern«, sagte Trump bei dem Treffen. »Kuba befindet sich in den letzten Momenten seines Lebens.«

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Der US-Präsident kündigte »große Veränderungen« in dem Inselstaat an. »Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl. Sie haben eine schlechte Philosophie, sie haben ein schlechtes Regime, das schon seit langer Zeit schlecht ist«, fügte er hinzu.

sug/dpa/AFP