Der Ökonom und ehemalige US-Finanzminister Larry Summers gibt wegen früherer Kontakte zu Jeffrey Epstein seine Lehrtätigkeit in Harvard auf. Das bestätigte ein Sprecher der Eliteuniversität.
Die Hochschule habe den Rücktritt von Summers als Co-Direktor des Center for Business and Government angenommen, heißt es. Er werde sich zum Ende des akademischen Jahres aus seinen Funktionen zurückziehen und bleibe bis dahin beurlaubt. Im November hatte der 71-Jährige bereits angekündigt, den Vorstand des KI-Unternehmens OpenAI zu verlassen. Seine Tätigkeit für Harvard ruhte seitdem.
Trump stieß Ermittlungen an
Summers war bis 2001 Finanzminister unter dem Demokraten Bill Clinton und anschließend Präsident von Harvard. 2006 trat er wegen einer Äußerung über Frauen zurück. In einem Vortrag hatte er die These vertreten, Frauen seien wegen genetischer Unterschiede schlechter in Mathematik und Naturwissenschaften.
Sowohl gegen Clinton als auch gegen Summers laufen seit dem Herbst Ermittlungen wegen Verbindungen zu Epstein, die US-Präsident Donald Trump veranlasst hatte. Zuletzt veröffentlichte E-Mails legen nahe, dass Summers in engem Austausch mit dem verurteilten Sexualstraftäter stand. Summers sagte, er »schäme« sich für seine Kommunikation mit Epstein, bestreitet aber jegliches Fehlverhalten.
Epstein stand unter Verdacht, Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, erhielt wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden.
Im Zuge der Epstein-Enthüllungen traten bereits einige hochrangige Politiker und Diplomaten zurück. In der Wirtschaft häufen sich die Fälle. Mehr dazu lesen Sie hier .
