SpOn 17.02.2026
20:06 Uhr

Langläuferin Bruna Moura aus Brasilien: Die Faszination von Olympia


Olympische Spiele sind ein Monstrum, gigantisch, teuer, aufgebläht. Und doch gibt es Geschichten, die mit vielem versöhnen. Wie die von Bruna Moura.

Langläuferin Bruna Moura aus Brasilien: Die Faszination von Olympia
Kolumne »Haltungsnote«

In der Kolumne »Haltungsnote« würdigen oder kritisieren wir jede Woche besondere Auftritte in der Sportwelt.

Die astronomisch hohen Kosten, die gigantischen Entfernungen zwischen den Austragungsorten, der unwürdige Streit über den Helm des ukrainischen Skeletonpiloten, die Aufblähung des Wettkampfkalenders mit absurden Team-Mixed-Staffeln – ach, Olympia, es ist nicht leicht, dich uneingeschränkt zu lieben.

Wer wissen will, welche Faszination Olympische Spiele dennoch ausüben können, sollte sich die Geschichte von Bruna Moura anhören. Die Brasilianerin träumte schon 2016 davon, an den Spielen teilzunehmen. Damals war sie 22 und Mountainbikefahrerin. Die Spiele fanden in Rio de Janeiro statt, alles wäre so schön gewesen. Aber die Ärzte konstatierten bei ihr vor den Spielen eine Herzerkrankung. Der Traum war aus.

Umgesattelt vom Rad auf Ski

Moura sattelte von Sommer auf Winter um, für eine Brasilianerin ungewöhnlich genug. Ihr Mountainbikecoach empfahl ihr Langlauftraining, und Moura schaffte es: Sie qualifizierte sich für die Winterspiele 2022 in Peking. Sie bereitete sich gerade in Europa auf die Spiele vor, da kollidierte der Van, der sie von Österreich nach München bringen sollte, mit einem Lkw, wenige Tage bevor es losgehen sollte.

Als in Peking die Spiele begannen, lag Moura in Europa im Krankenhaus, traumatisiert, mit gebrochenen Rippen, gebrochenem Arm, einem gebrochenen linken Fuß und einem Lungenschaden. Nichts war weiter weg als der Gedanke daran, Sport zu machen. Sie brauchte Monate, um sich wieder ans Leben heranzutasten.

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Vier Jahre später: der dritte Anlauf. Bruna Moura hat nicht aufgegeben, wieder hat sie sich qualifiziert, und diesmal hat es geklappt. Im Sprint im klassischen Stil wurde sie 74., im 10-Kilometer-Skating-Rennen belegte sie Platz 99. Der Traum ist wahr geworden.