Der Schauspieler Lambert Hamel ist tot, er verstarb im Alter von 85 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit am vergangenen Freitag, wie seine Familie der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Der Schauspieler, geboren in Ludwigshafen, lebte bereits seit Jahrzehnten in München, wo er jahrzehntelang Erfolge in den Kammerspielen gefeiert hatte. Vor der Kamera war er in den vergangenen Jahren kaum noch gestanden.
Hamel gehörte zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fernsehen: In Krimis spielte er oft den Fiesling oder den Bösen, auch Polizist, Arzt und Bischof war er schon – und der Einheitskanzler Helmut Kohl.
Als seine Paraderolle auf der Bühne gilt die des »Theatermacher« in dem gleichnamigen Stück von Thomas Bernhard. Erfolge feierte er auch in Stücken von Molière, Kleist, Lessing und Shakespeare. Unter Hamels Fernsehrollen sticht vor allem die des Einheitskanzlers hervor: Er mimte 2005 in dem TV-Doku-Drama »Deutschlandspiel« Helmut Kohl.
Außerdem spielte er in den ZDF-Dora-Heldt-Verfilmungen mit, beim »Bergdoktor«, hatte Episodenrollen in »Der Alte«, im »Tatort« oder bei »Pfarrer Braun«. 2019 stand er für »Und tot bist Du! Ein Schwarwaldkrimi« unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller vor der Kamera. Hamel zeigte sich vor Jahren froh, dass er viele verschiedene Charaktere habe spielen dürfen. »Ich wäre nicht gerne auf einen Typen festgelegt.«
Wollte schon früh Schauspieler werden
Schon früh wollte der gebürtige Pfälzer Schauspieler werden – auch wenn sein Vater davon nicht begeistert war. Wie Hamel in Interviews erzählte, sagte der Vater seinen beiden Schwestern einst: »Werdet mal was, damit Ihr den Hungerleider durchfüttern könnt.« Das habe ihn zusätzlich angespornt.
Hamel studierte Theaterwissenschaft und Philosophie und besuchte die Bochumer Schauspielschule. Noch während seiner Ausbildung wurde er an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg geholt. Damit begann seine Karriere, die ihn von Bochum über Köln nach München führte.

