Die Spitze der Labour-Partei versperrt Andy Burnham, einem potenziellen Rivalen von Premier Keir Starmer, den Weg ins britische Parlament.
Burnham hatte zuvor angekündigt, sich für einen frei werdenden Sitz im Parlament bewerben zu wollen. Starmer konterte, Burnham mache einen »tollen Job« als Bürgermeister. Ihm die Bewerbung auf einen Abgeordnetensitz zu erlauben, würde Ressourcen verschwenden, sagte der Parteichef.
Nun regt sich Unmut innerhalb der Regierungspartei: Die Labour-Abgeordnete Louise Haigh forderte die Parteispitze auf, die Entscheidung rückgängig zu machen, »sonst werden wir das alle bereuen«.
Parteiveteran John McDonnell warnte , Starmer solle den Ärger in der Partei über die »widerwärtige Entscheidung« nicht unterschätzen.
Der Bürgermeister der Metropolregion Manchester, Andy Burnham, gilt seit Langem als aussichtsreichster innerparteilicher Herausforderer des glücklosen Regierungschefs.
- Britischer Premierminister in der Krise: Starmer ist unbeliebter als Thatcher und Truss
- Unterwegs im ärmsten Dorf Großbritanniens: Ein glücklicher trauriger Ort Eine Reportage von Jonah Lemm und David J Shaw (Fotos)
- Mitten in London: Hier darf China seine neue Megabotschaft bauen Von Christoph Giesen, London
Starmer gilt wegen schlechter Umfragewerte und misslungener Reformprojekte als angeschlagen. Der Streit dürfte ihn nach Ansicht britischer Kommentatoren weiter schwächen.
Schlecht steht es auch um Labour insgesamt: Die Partei liegt hinter der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Regulär steht eine Parlamentswahl erst im Jahr 2029 an. Erwartet wird aber, dass Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai eine herbe Niederlage einfahren wird.
