Um die Entwicklung künstlicher Intelligenz in Europa zu fördern, haben sich zahlreiche große Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit europäischen KI-Entwicklern geeinigt. »Diese Partnerschaften machen unsere Industrien wettbewerbsfähiger und innovativer und können weltweit führende KI-Champions schaffen«, sagte Jeannette zu Fürstenberg, Geschäftsführerin der Investmentgesellschaft General Catalyst. Das Unternehmen ist Mitglied der im Februar gegründeten EU AI Champions Initiative (EU AICI).
Insgesamt verkündeten die Teilnehmer des deutsch-französischen Gipfels für »digitale Souveränität« 18 neue Partnerschaften zum Ausbau von KI-Anwendungen. Nach Angaben von EU AICI umfassen die Verträge und Absichtserklärungen ein Volumen von rund einer Milliarde Euro.
Verteidigung und Superintelligenz
So kündigten unter anderem das größte Softwarehaus Europas SAP und der führende europäische KI-Anbieter Mistral AI aus Frankreich eine weitreichende Zusammenarbeit an.
Mistral AI will zudem verstärkt mit dem Münchner Start-up Helsing kooperieren, einem Spezialisten für Verteidigungstechnologie. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf den Entwurf und das Training von Bildverarbeitungsmodellen.
Helsing liefert Softwarelösungen, die große Datenmengen wie Sensor-, Waffen- und Überwachungsdaten in Echtzeit verarbeiten. Damit unterstützen sie Entscheidungen auf dem Gefechtsfeld. Das 2021 gegründete Unternehmen entwickelt und baut zudem eigene Drohnen zur Überwachung von Arealen oder für den Einsatz im Gefechtsfeld.
Eine weitere Vereinbarung traf die Berliner Charité: Sie kooperiert mit dem französischen Spitzenzentrum für Onkologie und Krebsforschung Gustave Roussy sowie dem französisch-amerikanischen KI-Unternehmen Owkin. Zusammen kündigten die Partner eine »Initiative zum Aufbau der ersten paneuropäischen Infrastruktur für biologische Superintelligenz« an. Ziel der Entwicklung ist, in der Lage zu sein, jede Phase der biologischen Forschung und Arzneimittelentwicklung zu automatisieren und zu optimieren.
