Netflix stärkt seine technologische Basis mit der Übernahme des von Hollywood-Star Ben Affleck gegründeten KI-Unternehmens InterPositive. Der Streaming-Marktführer teilte am Donnerstag mit, dass Affleck künftig als leitender Berater für den Konzern tätig sein werde. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt.
Mit dem Zukauf will Netflix nach eigenen Angaben die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Filmproduktion nutzen, ohne dabei Arbeitsplätze von Kreativen zu gefährden. »Wir glauben, dass neue Werkzeuge die kreative Freiheit erweitern sollten, anstatt sie einzuschränken oder die Arbeit von Autoren, Regisseuren und Schauspielern zu ersetzen«, sagte Content-Chefin Bela Bajaria.
Der Schauspieler und Regisseur Affleck (»Argo«) hatte InterPositive 2022 gegründet. Das Start-up entwickelt KI-Modelle, die visuelle Zusammenhänge verstehen und bei der Postproduktion helfen sollen, etwa durch die Korrektur von Beleuchtungsfehlern oder das Ergänzen fehlender Einstellungen.
Die Besorgnis, die KI werde die künstlerische Freiheit der Filmemacher einschränken, versuchte auch der Hollywoodstar zu zerstreuen. Die Werkzeuge seien so konzipiert, dass die kreativen Entscheidungen in den Händen der Künstler blieben, erklärte Affleck. »Wir haben Beschränkungen zum Schutz der kreativen Intention integriert, sodass die Werkzeuge ein verantwortungsvolles Experimentieren ermöglichen und gleichzeitig die Entscheidungen in den Händen der Künstler belassen und sicherstellen, dass die Vorteile dieser Technologie direkt der Geschichte zugutekommen, die sie erzählen wollen.«
Die Unterhaltungsindustrie steht der neuen Technologie zunehmend offen gegenüber. Zuletzt hatte Disney angekündigt, seine Figuren für den KI-Videogenerator Sora von OpenAI freizugeben. Für Netflix ist es die erste Übernahme seit dem Rückzug aus dem Bieterwettstreit um die Studio-Sparte von Warner Bros Discovery.
