SpOn 29.01.2026
14:38 Uhr

Künstliche Intelligenz: ING will Baukredite mit KI innerhalb von halber Stunde prüfen


Eine halbe Stunde statt sechs Tage: Mithilfe von künstlicher Intelligenz will die Direktbank ING die Vergabe von Baukrediten stark beschleunigen. Jobs kostet das angeblich nicht.

Künstliche Intelligenz: ING will Baukredite mit KI innerhalb von halber Stunde prüfen

Mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) will die Direktbank ING bald Baukredite deutlich schneller vergeben und so nach einem erneuten Gewinnrückgang punkten. »Ab Frühjahr werden wir Baufinanzierungen in etwa 30 Minuten prüfen und zusagen können«, kündigte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy an. Die Bank gehe davon aus, dass die Kundschaft das neue Angebot »im Laufe des zweiten Quartals« 2026 nutzen kann. Derzeit dauere die Prüfung eines Antrags auf Baufinanzierung etwa sechs Tage.

Beim neuen Angebot »Instant Baufi« soll KI an einer zentralen Stelle zum Einsatz kommen: der automatisierten Beschaffung zentraler Objektdaten wie Grundstücksgröße oder Wohnfläche aus öffentlichen und amtlichen Quellen ohne weitere Unterlagen. Es folgt – mit Zustimmung des Kunden – eine ebenfalls automatisierte Bonitätsprüfung durch einen digitalen Blick ins Konto desjenigen, der eine Baufinanzierung beantragt hat.

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Die Bank versichert: Trotz der massiven technischen Unterstützung entscheide letztlich ein Mensch, ob der Kredit gewährt wird oder nicht. KI helfe aber dabei, die Entscheidung zu beschleunigen.

Jobabbau sei mit dem vermehrten Einsatz von KI nicht verbunden, sagte Stoy. »Insgesamt planen wir mit einer vergleichbar stabilen Mitarbeiterbasis auch für die nächsten Jahre.« Ende 2025 hatte das Institut 6224 Beschäftigte und damit 137 mehr als ein Jahr zuvor.

Zum Marktstart wird »Instant Baufi« den Angaben zufolge exklusiv über die ING-Tochter Interhyp verfügbar sein. Zunächst werde man 15 bis 20 Prozent der Finanzierungen mit KI prüfen und entscheiden können, sagte Stoy. »Diesen Anteil werden wir sukzessive steigern.«

Wachsendes Neugeschäft

Im vergangenen Jahr hatte sich das zugesagte Neugeschäft der ING Deutschland in der Baufinanzierung zum Vorjahr um 30 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro gesteigert. Etwa zwei Drittel davon kamen über den Baufinanzierungsvermittler Interhyp.

Beim Gewinn gab es für die Direktbank, die zu 100 Prozent zur niederländischen Großbank ING gehört, nach dem Rekordjahr 2023 den zweiten Rückgang in Folge. Und das, obwohl die Zahl der Privatkunden weiter zulegte: von gut 9,9 Millionen auf 10,1 Millionen Ende vergangenen Jahres. Sowohl das Ergebnis vor Steuern mit rund 1,9 (Vorjahr: 2,12) Milliarden Euro als auch der Überschuss mit rund 1,3 (1,43) Milliarden Euro lagen 2025 unter den Vorjahreswerten.

dab/dpa