SpOn 12.02.2026
21:02 Uhr

Kuba erhält mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter aus Mexiko


Seit der US-Blockade von Öllieferungen nach Kuba verschärft sich die Wirtschaftskrise in dem Inselstaat massiv. Statt Öl schickt Mexiko nun Milchpulver, Reis und Hygieneartikel.

Kuba erhält mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter aus Mexiko

Im Hafen der kubanischen Hauptstadt Havanna sind offiziellen Angaben zufolge zwei mexikanische Marineschiffe mit mehr als 800 Tonnen Hilfsgütern eingetroffen. Die Marineschiffe haben nach Angaben der mexikanischen Regierung Hilfsgüter wie Milch, Milchpulver, Fleisch, Bohnen, Reis und Hygieneartikel zur Versorgung der kubanischen Bevölkerung geladen. Die Schiffe waren am Sonntag aus dem Hafen von Veracruz ausgelaufen.

Der kubanische Botschafter in Mexiko Eugenio Martínez bedankte sich für die Hilfe: »Der Humanismus und die Solidarität Mexikos begleiten Kuba«, schrieb er auf der Plattform X .

Kuba erhält seit mehr als einem Monat wegen einer von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Blockade kein Öl mehr aus dem Ausland. Dadurch hatte sich die schwere Wirtschaftskrise in dem sozialistischen Karibikstaat zuletzt weiter verschärft.

Da Mexiko aufgrund des Drucks durch die US-Regierung kein Öl mehr liefern kann, verschifft das Land nun Lebensmittel und Hygieneartikel nach Kuba, um die Krise zu lindern. Sobald die Schiffe nach Mexiko zurückkehrt sind, sollen weitere Hilfslieferungen folgen, sagte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Mexiko will Dialog zwischen Havanna und Washington vermitteln

Um einen Ausgang aus der Krise zu finden, sei Mexiko bereit, einen Dialog zwischen den USA und Kuba zu ermöglichen, sagte die mexikanische Präsidentin erneut. Dieser könne in Mexiko stattfinden.

Laut Washington werden bereits Gespräche mit Kuba geführt. Die sozialistische Regierung Kubas sagt hingegen, es habe bisher nur einen informellen Nachrichtenaustausch gegeben. Präsident Miguel Díaz-Canel hat erklärt, dass Kuba zu Gesprächen mit Washington bereit sei. Diese müssten allerdings ohne Druck, ohne Vorbedingungen und auf Augenhöhe geführt werden.

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Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Angesichts der Energiekrise haben Kubas Behörden drastische Sparmaßnahmen ergriffen. Krankenhäuser haben ihre Dienstleistungen reduziert, Busse und Züge fahren seltener und in der öffentlichen Verwaltung gilt eine Vier-Tage-Woche.

sei/AFP/dpa