Die Ölblockade der USA gegen das sozialistische Kuba hat Folgen für Reisende aus Russland. Wegen des Treibstoffmangels stellen nun auch russische Fluggesellschaften ihre Flüge in den Karibikstaat ein. Wie die Airlines Rossiya und Nordwind mitteilten, werden Reisende innerhalb der nächsten Tage aus ihren kubanischen Urlaubszielen nach Russland zurückgeflogen.
Zuvor hatten bereits andere internationale Airlines ihre Verbindungen nach Kuba ausgesetzt oder reduziert. Der sozialistische Inselstaat erhält wegen des Drucks aus den USA seit mehr als einem Monat keine Öllieferungen mehr aus dem Ausland. Moskau ist einer der engsten Verbündeten Kubas.
Unter US-Präsident Trump hat sich die Lage verschärft
Die Insel steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise mit stundenlangen Stromausfällen und Mangelwirtschaft. Seit der Revolution 1959 unter Fidel Castro haben Washington und Havanna angespannte Beziehungen. Im Dezember 2025 ordnete US-Präsident Donald Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela an. Dann drohte er mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten.
Angesichts der jüngsten Krise hat die kubanische Regierung drastische Sparmaßnahmen beschlossen. Busse und Züge fahren seltener, in der öffentlichen Verwaltung wurde eine Viertagewoche eingeführt. Der Schul- und Universitätsunterricht wurde stark eingeschränkt, einige Hotels wurden geschlossen. Die Insel kann nur ein Drittel ihres Gesamtbedarfs an Treibstoff selbst produzieren. Kubas Regierung geht davon aus, dass Flugzeuge mindestens einen Monat lang nicht auf der Insel tanken können.
Russische Reisende sind drittgrößte Besuchergruppe Kubas
Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass stehen das russische Verkehrsministerium und die Flugaufsichtsbehörde wegen des Flugstopps mit Kuba in Kontakt. Moskau und Havanna »sind auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des Flugprogramms in beide Richtungen im Interesse der Bürger beider Länder«, heißt es in einer Stellungnahme der russischen Behörden.
Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 130.000 Russen Kuba. Damit waren sie nach Kanadiern und im Ausland lebenden Kubanern, die ihre Angehörigen besuchen, die drittgrößte Besuchergruppe auf der Insel.
