SpOn 07.02.2026
08:34 Uhr

Kuba: Regierung verhängt Notfallplan nach US-Ölblockade


Kürzere Schultage, weniger Nahverkehr und eine Viertagewoche in der Verwaltung: Kuba wartet weiterhin auf Öllieferungen. Mit neuen Maßnahmen will das Land Energie sparen.

Kuba: Regierung verhängt Notfallplan nach US-Ölblockade

Nach dem US-Ölembargo und der schweren Wirtschaftskrise im Land hat Kuba neue Gegenmaßnahmen beschlossen. Um Energie und Treibstoff zu sparen, soll die öffentliche Verwaltung nach Angaben der sozialistischen Regierung künftig nur noch von Montag bis Donnerstag arbeiten. Es fahren weniger Busse, Bahnen und Fähren. Die Schultage werden kürzer, an der Universität von Havanna soll es für 30 Tage fast keinen Präsenzunterricht geben. Zudem könnten Beamte versetzt werden, falls in wichtigen Branchen Personal fehlt.

So soll »die Lebensfähigkeit unseres Landes und die Grundversorgung« gesichert werden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Óscar Pérez-Oliva. Der Notfallplan sei nötig, weil Washington im Zuge seiner »aggressiven Eskalation« gegen Kuba eine »Energieblockade« verhängt habe.

Seit Wochen erhält Kuba kein Öl mehr aus Venezuela. US-Präsident Donald Trump hatte angeordnet, sanktionierte Tanker mit Lieferungen aus dem verbündeten Staat zu blockieren. Nach der Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro im Januar drohte er weiteren Ländern mit Zöllen, die Öl nach Kuba exportieren. Mexiko, zuletzt der größte Ölversorger der Karibikinsel, stellte seine Lieferungen ein. Er rate der Regierung in Havanna »dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist«, hatte Trump damals gesagt.

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Kuba erlebt derzeit die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Lage sei »sehr schlecht«, zitierte die »Financial Times«  den in den USA lebenden kubanischen Ökonomen Ricardo Torres. »In Havanna sind die Stromausfälle in letzter Zeit auf 12 bis 15 Stunden pro Tag angestiegen – das war früher nicht üblich.« Dazu kommen extrem tiefe Temperaturen in Teilen des Landes. Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen fielen sie zuletzt auf null Grad.

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esw/dpa