SpOn 12.12.2025
07:01 Uhr

Krypto-Pleitier Do Kwon zu 15 Jahren Haft verurteilt


Der Zusammenbruch des Digitalwährungs-Duos Terra und Luna hat ein Beben im Markt für Kryptowährungen ausgelöst. Ein US-Richter schickte den Gründer nun wegen Betrugs für lange Zeit ins Gefängnis.

Krypto-Pleitier Do Kwon zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der Digitalwährungs-Unternehmer Do Kwon ist nach einem 40 Milliarden Dollar schweren Zusammenbruch seines Geschäfts zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Der New Yorker Richter Paul Engelmayer sprach von einem Betrug epischen Ausmaßes, wie US-Medien aus dem Gerichtssaal berichteten. Mit der Strafe ging er über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die 12 Jahre Haft gefordert hatte.

Der heute 34-jährige Kwon hatte in Singapur bei der Firma Terraform Labs die verknüpften Kryptowährungen Terra und Luna geschaffen. Terraform Labs bot TerraUSD als sogenannte »Stablecoin« an. Stablecoins sind eigentlich an stabile Vermögenswerte wie den Dollar gekoppelt, um drastische Kursschwankungen zu verhindern. TerraUSD war jedoch über einen anderen, bei manchen Stablecoins üblichen, Mechanismus an die frei handelbare Schwesterwährung Luna gebunden. Im Mai vergangen Jahres stürzten die Kurse beider Währungen ins Bodenlose und vernichteten die Ersparnisse von Anlegern. Kwon gab im Prozess zu, finanzielle Probleme von Terraform verschleiert zu haben. Er hatte bis zuletzt versichert, das System sei sicher. Betroffen von dem Betrug waren auch US-Investoren.

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Die Pleite löste eine Kettenreaktion im Geschäft mit Digitalwährungen aus. Die Anklage argumentierte, dass Kwon damit auch zum Zusammenbruch der Kryptowährungsbörse FTX beigetragen habe. FTX-Gründer Sam Bankman-Fried verbüßt gerade eine Haftstrafe von 25 Jahren.

Der Fall von FTX sowie der Untergang der beiden großen Krypto-Geldgeber Silvergate und Signature in den USA inmitten einer Reihe von Bankenzusammenbrüchen hat zu einem massiven Imageschaden der Kryptowährungen geführt. Plattformen, die auf dem Erfolg von Bitcoin und anderen digitalen Währungen aufbauen, stehen seitdem enorm unter Druck.

Falscher Pass in Montenegro

Kwon entschuldigte sich vor Gericht bei den Anlegern. Er und sein Geschäftspartner Hon Chand Yun wurden im März 2023 in Montenegros Hauptstadt Podgorica festgenommen, als sie versuchten, von dort mit gefälschten costa-ricanischen Pässen nach Dubai zu fliegen. Danach lagen Montenegro Auslieferungsanträge sowohl aus den USA als auch aus Südkorea vor. Nach langem juristischen Tauziehen wurde Kwon 2024 schließlich in die USA abgeschoben. In Südkorea wird ihm ebenfalls Betrug vorgeworfen.

Präsident Donald Trump, dessen Familie selbst im Geschäft mit Kryptomünzen aktiv ist, führte die US-Regierung auf einen freundlicheren Kurs gegenüber Digitalwährungen. Er begnadigte zudem den wegen Verstößen gegen Geldwäsche-Gesetze verurteilten Gründer der Digitalwährungsbörse Binance, Changpeng Zhao. Dieser hatte seine Gefängnisstrafe von vier Monaten zwar bereits verbüßt, die nachträgliche Begnadigung öffnet ihm aber die Tür, um potenziell wieder in der Branche aktiv zu sein.

mik/dpa-AFX