SpOn 22.12.2025
07:19 Uhr

Krieg in der Ukraine: Kyjiw beschädigt Schiffe in russischem Schwarzmeer-Hafen


Die Ukraine nimmt weiter die für russische Energieexporte wichtige Region Krasnodar ins Visier. Bei einem Angriff Kyjiws wurden zwei Schiffe beschädigt. Derweil beklagt die Ukraine die Verschleppung von etwa 50 Menschen.

Krieg in der Ukraine: Kyjiw beschädigt Schiffe in russischem Schwarzmeer-Hafen

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurden zwei Schiffe und zwei Anlegestellen in einem Dorf an der Schwarzmeerküste in der russischen Region Krasnodar beschädigt. Dabei wurde ein großes Feuer ausgelöst. Dies teilten die regionalen Behörden mit.

Die Besatzungen der Schiffe am Terminal im Dorf Volna am Schwarzen Meer seien vollständig und sicher evakuiert worden, erklärte das Einsatzhauptquartier der Region Krasnodar auf der Messaging-App Telegram. Durch die Schäden breitete sich ein Feuer auf bis zu 1500 Quadratmeter aus, wie die Behörden mitteilten. Am frühen Montagmorgen habe der Brand weiterhin gewütet.

Die Ukraine hat die Region Krasnodar häufig mit Drohnen angegriffen und dabei Raffinerien, Treibstofflager, Häfen und Flugfelder ins Visier genommen. Die Schwarzmeerregion ist für Russlands Energieexporte und militärische Logistik von entscheidender Bedeutung.

Das Dorf Volna liegt in der Nähe der Krimbrücke über die Straße von Kertsch, einer wichtigen Versorgungsroute für die russischen Streitkräfte in der Ukraine, da sie das Festland mit der 2014 von Russland annektierten Krimhalbinsel verbindet. In Volna befindet sich der für Energieexporte wichtige Hafen von Taman.

Ukraine: Ungefähr 50 Menschen nach Russland verschleppt

Nach ukrainischen Angaben haben russische Soldaten ungefähr 50 Ukrainer aus der Grenzregion Sumy im Nordosten des Landes nach Russland verschleppt. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez schrieb bei Telegram, bereits am Donnerstag seien ungefähr 50 Einwohner des Dorfs Hrabowske gefangen genommen worden. Anschließend seien sie ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln und unter unangemessenen Bedingungen festgehalten und am Samstag nach Russland verschleppt worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Dieses Kriegsverbrechen sollte auch auf internationaler Ebene geahndet werden, schrieb er auf X. »Mit derartigen mittelalterlichen Raubzügen zeigt (Wladimir) Putins Russland, dass es sich nicht von terroristischen Gruppierungen wie der Hamas oder IS (gemeint ist die Terrororganisation »Islamischer Staat«, Anm. d. Red.) unterscheidet.« Zudem zeige dieser Zwischenfall die dauerhafte Bedrohung durch die russische Nachbarschaft auf. Daher benötige die Ukraine einen dauerhaften Frieden. »Ein Leben neben Terroristen fordert Stärke und robuste internationale Garantien.«

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Lubinez gab an, sich an die russische Menschenrechtsbeauftragte und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gewandt zu haben. Er appellierte an die Ukrainer, dass es gefährlich sei, in der Kampfzone zu bleiben und die Evakuierung eine Chance sei, sich und Angehörige zu retten.

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Ukrainische Medien meldeten unter Berufung auf das Militär, dass es sich bei den etwa 50 Personen überwiegend um Menschen handele, die eine Evakuierung ins Landesinnere der Ukraine zuvor abgelehnt hätten. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Hryhorow, schrieb in sozialen Medien, dass die Evakuierung aus den Grenzgemeinden andauere. Es seien auch Anwohner evakuiert worden, die sich zuvor geweigert hatten, das Gebiet zu verlassen.

col/Reuters/dpa