Gegen den Liedermacher Konstantin Wecker gibt es eine Woche nach den Berichten über eine intime Beziehung zu einer Minderjährigen neue Vorwürfe. Die Autorin Hanna Lakomy hat in einem Facebook-Post beschrieben, wie Wecker sie im Jahr 2015 unaufgefordert angefasst und auf sein Hotelzimmer eingeladen haben soll.
Lakomy, die auch unter dem Namen Salomé Balthus bekannt ist, sei im Backstagebereich eines Wecker-Konzerts in Leipzig auf den Musiker getroffen.
Situationen hinter der Bühne habe sie bis dahin »als geschützten, familiären Raum erlebt«. Dann schreibt sie: »Was ich NIE erlebt habe: eine Hand auf meinem Oberschenkel. Auch nicht: die Einladung aufs Hotelzimmer. Direkt am Tisch, vor den Augen der Entourage, und vor der Managerin meines Vaters.«
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Letzterer wäre ausgerastet, wenn er die Situation mitbekommen hätte, schreibt Lakomy. Der Vater der Autorin ist der Komponist und Musiker Reinhard Lakomy, der in der DDR berühmt geworden war. Er starb 2013.
Hanna Lakomy betont in dem Post, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls volljährig war. Auch habe sie die Begegnung nicht nachhaltig traumatisiert. Sie sei »amüsiert-angeekelt« gewesen. »Von dem kaputten Künstler – aber mehr noch von seiner Entourage.« Diese seien ihr »fast an die Gurgel gegangen«, als ihr ein Schimpfwort entfuhr.
Als Zusatzinfo schreibt Lakomy, die auch als Sexarbeiterin tätig ist: »Ich trug einen weiten Wollpullover mit Rollkragen und Jeans. Was nichts zur Sache tut. Zudem war ich 2015 noch lange nicht als Sexarbeiterin geoutet und bekannt. Aber auch das wäre übrigens keine Entschuldigung.«
Hanna Lakomy fühlte sich »amüsiert-angeekelt«
Foto: Jens Kalaene / dpa / picture allianceKonstantin Wecker hat sich noch nicht zu den Vorwürfen von Hanna Lakomy geäußert. Eine Anfrage des SPIEGEL blieb bisher unbeantwortet.
Vergangene Woche hatte eine heute erwachsene Frau in der »Süddeutschen Zeitung« öffentlich gemacht, dass sie als Minderjährige eine intime Beziehung mit Wecker gehabt habe. Für die Frau hatten die Begegnungen den Angaben zufolge psychische Folgen. Ihre Depressionen hätten damals begonnen. Die Beziehung zu Wecker habe sie nachhaltig traumatisiert. Sie sei bis heute in Therapie. Gegenüber der »SZ« sagte die Frau, sie wolle »als erwachsene Person für die 15-Jährige einstehen, weil es damals niemand getan hat«.
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Wecker räumte über einen Anwalt ein, dass es sich, so seine Erinnerung, um »eine einvernehmliche Beziehung zu der jungen Frau« gehandelt habe, »die allerdings unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten« seinerseits darstellte. Ferner habe Wecker sein »tiefstes Bedauern« ausgedrückt. Er sei demzufolge zum damaligen Zeitpunkt »nicht Herr seiner Sinne gewesen« – in der Zeit habe er über längere Phasen sehr viel Alkohol konsumiert.
