SpOn 07.03.2026
18:01 Uhr

Kongo: Erdrutsch in Coltan-Mine tötet mehr als hundert Menschen


Coltan steckt in fast jedem Smartphone, häufig stammt es aus dem Kongo. Abgebaut wird es meist unter prekären Bedingungen. Innerhalb weniger Tage hat eine zweite Schlammlawine zahlreiche Arbeiter getötet.

Kongo: Erdrutsch in Coltan-Mine tötet mehr als hundert Menschen

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat eine Schlammlawine in einer Coltan-Mine mehr als hundert Menschen begraben. Rettungskräfte suchten weiter nach Toten und möglichen Überlebenden, sagte Polizeisprecher Robert Kasongo der Nachrichtenagentur dpa.

Der Erdrutsch sei demnach in den frühen Morgenstunden nahe der Stadt Masisi durch heftige Regenfälle ausgelöst worden. Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als prekär: Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden, in zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.

Zweiter Erdrutsch innerhalb weniger Tage

Coltan, aus dem primär das Metall Tantal gewonnen wird, spielt eine zentrale Rolle in der Mikroelektronik. Das Metall ist für viele elektronische Geräte unabdingbar, einschließlich Mobiltelefonen, Laptops und Flachbildschirme. Aufgrund seiner Hitze- und Korrosionsbeständigkeit wird Tantal außerdem in der Automobilindustrie und Luftfahrt sowie für medizinische Geräte benötigt.

Bereits am Dienstag war es, ebenfalls in Masisi, zu einem ähnlichen Vorfall in einem anderen Steinbruch gekommen, in dem Coltan abgebaut wird. Dort waren zahlreichen Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch getötet worden. Auch im Januar kam es in dem Gebiet zu einer ähnlichen Katastrophe mit Dutzenden Toten.

Rohstoffe befeuern Konflikt im Kongo

Seit 2021 kämpft die Rebellengruppe M23 erneut gegen kongolesische Truppen und deren verbündete Milizen, um sich den Zugang zu Bodenschätzen und politischer Macht zu sichern. Die reichen Rohstoffe des Landes – neben Coltan auch Gold und Zinn – befeuern den seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region, in der mehr als hundert bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda aktiv sind.

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Anfang 2025 eroberte die M23-Miliz große Gebiete nahe der Grenze zu Ruanda und setzte dort eigene Verwaltungen ein. Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter ihrer Kontrolle. In dem andauernden Konflikt sind bereits mehrere Tausend Menschen geflohen, Hunderte wurden getötet. Der Miliz werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

jmm/dpa