Dass Donald Trump seine Heimatschutzministerin Kristi Noem, 54, geschasst hat, ist bei den US-amerikanischen Late-Night-Hosts umgehend zur Gag-Vorlage geworden. Jimmy Kimmel, Stephen Colbert, Jimmy Fallon und Seth Meyers: Sie alle bedienten sich sichtlich schadenfroh an der viel beachteten Personalentscheidung des US-Präsidenten, der Noem als erste Ministerin seiner Regierung gefeuert hatte.
Traurig über den Rauswurf der Republikanerin, die das Gesicht der brachialen Einwanderungspolitik Donald Trumps geworden war, zeigte sich nun wirklich keiner der Talkmaster.
Jimmy Kimmel erinnert an Kristi Noems Auftritt in El Salvador
Jimmy Kimmel, 58, nahm vor allem die mutmaßlichen Gründe für Noems Rausschmiss aufs Korn. Der Noch-Ministerin war primär eine millionenschwere Werbekampagne zur Abschreckung »illegaler Migration« zum Verhängnis geworden. »Trump soll besonders verärgert darüber gewesen sein, dass Noem in ihrer Aussage behauptete, er habe eine 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne abgesegnet, in der sie in verschiedenen Outfits Einwanderer jagt und auf einem Pferd reitet«, witzelte Kimmel nun.
Tatsächlich hatte Noem behauptet, Trump habe das Budget für ihre Kampagne abgesegnet. Der US-Präsident verneinte dies später. Auch darüber lästerte Kimmel: »Trump sagte, er habe davon nichts gewusst, obwohl wir alle alles darüber wussten. Na ja, ihr kennt ihn. Er schaut nicht viel fern.«
Geschasste Ministerin: Kristi Noem muss als erste Trumps Regierung verlassen
Foto: Michael Gonzalez / Getty Images»Wisst ihr, was das Lustigste wäre?«, so Kimmel weiter über Noem, »das Lustigste wäre, wenn sie nach El Salvador abgeschoben wird.« Kimmel spielt damit auf einen Auftritt Noems im März letzten Jahres an. Noem hatte damals vor Häftlingen im Hochsicherheitsgefängnis Cecot in El Salvador posiert – und mit den Aufnahmen vermeintlich »illegalen Einwanderern« gedroht.
Kimmel, dessen Witze über Trump und dessen Regierung im September zu einer kurzzeitigen Absetzung seiner Late-Night-Show geführt hatten, zeigte sich bei diesem Thema nun wieder bester Laune.
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Stephen Colbert witzelt über Fifa-»Friedenspreis« für Trump
So auch sein Kollege Stephen Colbert, 61, der seine Show so begann: »Lasst uns darüber sprechen, dass Kristi Noem gefeuert wurde.« Es sei noch zu früh, um genau zu wissen, warum Noem gehen müsse, so Colbert. Aber: »Bevor wir weitere Details erfahren, möchte ich mit absoluter Gewissheit sagen: Sie ist eine Inlandsterroristin, die nach Guantanamo gehört.«
Noems Degradierung – Trump will die 54-Jährige nun als Sonderbeauftragte für »The Shield of the Americas« einsetzen, einer neuen Sicherheitsinitiative, die Trump am Samstag vorstellen möchte und die sich auf die westliche Hemisphäre konzentrieren werde – kommentierte Colbert mit einem zynischen: »Klingt, als würde jemand die neue Fifa -Ministerin für Innere Sicherheit.« Und erinnerte damit an die WM-Auslosung im Dezember, während der die Fifa Donald Trump einen neu geschaffenen Friedenspreis verliehen hatte.
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Einen ähnlichen Ton schlug auch Jimmy Fallon, 51, in seiner »The Tonight Show« an: »Man weiß nie, was Trump denkt – entweder hält er sie für unfähig, oder er will sie zur neuen Obersten Führerin Irans machen«. Noems neuer Jobtitel klinge, so Fallon unter lautem Gelächter seines Publikums, »wie ein Titel eines ›Borat‹-Films.«
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Seth Meyers, 52, spielte indes in seinem Show-Monolog auf Kristi Noems Garderobe und ihre kostspielige PR-Strategie an: »Was? Kristi Noem ist raus? Aber woher soll sie das Geld für all ihre wunderschönen Kostüme nehmen? Es wären doch nur noch wenige Monate gewesen, bis sie als beide Hauptdarstellerinnen in ›Wicked‹ auftreten sollte.«
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Noems Nachfolger steht schon fest
Kristi Noem war zuletzt bei einer Senatsanhörung ins Kreuzverhör zu Todesfällen bei Einsätzen der Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden gegen Migranten und zu den Taktiken ihres Ministeriums genommen worden. Die teils rabiaten Einsätze hatten zu landesweiten Protesten geführt. Kritiker werfen der Regierung unter Noem vor, dabei Bürgerrechte zu verletzen.
Noch Ende Januar hatte sich Trump demonstrativ hinter Noem gestellt. »Ich denke, dass sie sehr gute Arbeit geleistet hat«, sagte er nach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf zwei US-Bürger bei Zusammenstößen mit Anwohnern. Noem hatte bei der Anhörung wiederholt betont, die Maßnahmen ihres Ministeriums dienten der nationalen Sicherheit und beruhten auf gesetzlicher Grundlage.
Nun soll der Senator Markwayne Mullin auf Noem folgen. Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des US-Repräsentantenhauses und drei Jahre lang Senator. »Markwayne wird ein hervorragender Heimatschutzminister«, kündigte der Präsident an. Er soll sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen die Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen.
