Niko Bünten, Videojournalist:
»Hey, was soll das denn? Warum ist denn mein Platz schon besetzt?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Ja, wir haben heute einen Begleiter, Niko. Den kennst du wahrscheinlich, oder?«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Äh, ja. Donald, oder?!«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Ja, und schau, hier ist die ganze andere Mickey-Maus-Sippe mit den ganzen Figuren. Denn der Kia-Konzern, das ist der Hersteller, der hat eine Kooperation mit Disney. Und man kann sich hier unterschiedliche Grafiken runterladen, beispielsweise auch Marvel-Superhelden oder Pixar-Figuren. Jetzt erst mal genug mit dem Schicki-Mickey-Maus: wir wollen eine Runde drehen, und zwar mit dem Kia EV4.«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Und den Sitz, den räumst du mir dafür aber noch frei, oder?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Na klar. Elektrische SUVs gibt es wie Sand am Meer, elektrische Kleinwagen kommen auch allmählich in Fahrt. Nur dazwischen, da gibt es noch eine Lücke im Angebot. Und genau in dieser Lücke hat Kia den neuen EV4 positioniert. Wir haben es hier mit einem Auto zu tun, das auf den ersten Blick wie ein Kompaktwagen aussieht, wegen der Proportionen und dem steil abfallenden Heck – also Golfklasse könnte man sagen. Aber dieser Wagen ist 4,45 Meter lang, das heißt rund 20 Zentimeter länger als der aktuelle VW Golf. Und damit ragt dieses Kompakt-Auto schon in die Mittelklasse rein. Und es gibt den EV4 auch noch als viertürige Ausführung, genannt Fastback. Die ist noch mal 30 Zentimeter länger und damit dann eindeutig Mittelkasse. Wir bleiben aber heute beim Fünftürer und wir fahren den Wagen in der GT-Ausstattung. Das ist die Topausstattung, die ist auch von außen erkennbar: an großen 19-Zoll-Rädern, an schwarzen – und zwar hochglanzschwarzen – Zierteilen, wie hier den Radhäusern, hier vorne am Bug diese Teile, die Seitenschweller und auch am Heck noch mal schwarze hochglänzende Zierteile.
Insgesamt wirkt das Design sehr glatt und geschmeidig und es ist garniert mit ein paar extravaganten Details, die sozusagen auffallen sollen, an denen das Auge hängen bleibt: diese sehr flach abfallende Fronthaube, die das Auto auch so richtig geduckt aussehen lässt, dann die sehr auffällig gestalteten, hochformatigen LED-Scheinwerfer, die werden am Heck quasi noch mal gespiegelt. Und diese auffällige C-Säule hier hinten, sehr breit, mit dem schwarzen Streifen einmal quer über das Dach. Diese Optik, die wird wahrscheinlich nicht jedem gefallen, das merken wir auch an den Reaktionen, wenn wir so mit dem Auto unterwegs sind. Aber immerhin: Er setzt sich damit aus der Masse in dieser Klasse ab. Und jetzt schauen wir uns mal drinnen um.
Von außen haben wir uns ein paar Extras der GT-Line-Ausstattung schon angesehen. Auch hier drinnen gibt es solche Extras, die zur GT-Line-Ausstattung gehören. Beispielsweise hier diese Schalter, damit werden die Vordersitze beheizt oder gekühlt, und auch das beheizbare Lenkrad wird hier in zwei Stufen eingeschaltet. Und es gibt einen schwarzen Dachhimmel, der ist bei den anderen Varianten grau. Und schwarzer Dachhimmel bedeutet: Es ist hier drin einigermaßen düster. Das ist offenbar auch den Kia-Designern aufgefallen, die das Ganze ein bisschen auflockern, hier mit diesen hellen Oberflächen an der Armaturentafel, auf dem Lenkrad oder auch an den Sitzen und hier.
Bleiben wir mal an der Armaturentafel, die wirkt klar und aufgeräumt, ordentlich gegliedert, und oben sitzt ein breiter Bildschirmriegel. Der setzt sich zusammen aus einem 12,3 Zoll großen Digitalcockpit, einen 12,3 Zoll großen Bildschirm für das Infotainment-System mit Touch-Funktion. Und dazwischen noch mal einen 5,3 Zoll großen Touchscreen für die Bedienung der Klimaanlage. Es gibt reichlich Ablagen, hier unten beispielsweise, inklusive zweier Getränkehalter, hier und hier drin noch mal, und es gibt einen Strauß an Assistenzsystemen. Die kümmern sich beispielsweise um die Spurhaltung, um die Abstandshaltung, um die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit oder auch um die Aufmerksamkeit von Fahrerin oder Fahrer.
Nützlich ist auch das Navigationssystem mit Ladeplanung, inklusive automatischer Batterietemperierung. Und es gibt auch ein paar Nachlässigkeiten hier im EV4, beispielsweise diese Schnellzugriffstasten, die bei manchen Lichtverhältnissen kaum zu erkennen sind, oder auch dieser seltsam versteckt angebrachte Start-Stop-Knopf hier unten und auch der Gangwahlhebel. Man sieht den gar nicht und man muss, zumindest am Anfang, immer ein bisschen suchen, wo man denn nun hingreifen muss. Müssen wir jetzt nicht mehr, wir haben uns schon ein bisschen dran gewöhnt. Niko, einsteigen, wir drehen eine Runde!«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Jo, mach ich.«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Was den Antrieb betrifft, da macht es Kia der Kundschaft leicht. Es gibt den Wagen nämlich nur mit einer E-Maschine, dafür aber mit zwei Akkus. Entweder mit 58,3 oder mit 81,4 Kilowattstunden. Der größere Akku, der steckt hier bei uns im Testwagen und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 584 Kilometern bei einem Durchschnittsverbrauch von 15,8 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Den Verbrauch, den haben wir allerdings noch nicht ganz erreicht. Wir fahren den Wagen jetzt schon seit geraumer Zeit mit rund 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer – und das würde bedeuten, die realistische Reichweite liegt bei rund 500 Kilometer. Ordentliche Werte für ein Elektroauto dieser Klasse, gleiches gilt für die Ladeleistung, die liegt bei 11 Kilowatt Wechselstrom und 128 Kilowatt Gleichstrom. Das heißt, im besten Fall ist der Akku in 31 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent geladen.
Das Fahrgefühl, das ist angenehm, komfortabel und sehr ruhig. Es gibt fünf Fahrmodi, die lassen sich hier über diese Taste am Lenkrad auswählen und werden dann hier vorne angezeigt. Und ebenfalls am Lenkkrad sitzen die beiden Pedals hier, mit denen sich die Rekuperation in ebenfalls fünf Stufen einstellen lassen kann, bis hin zum One-Pedal-Driving. Und jetzt schauen wir noch auf die Rücksitzbank und in den Kofferraum.
Auf den Rücksitzen, da macht sich der große lange Radstand des Kia EV4 bemerkbar. Man sieht, ich habe enorme Beinfreiheit, auch die Kopffreiheit ist okay. Die Platzverhältnisse sind also wirklich in Ordnung hier hinten. Das mittlere Stück der Rückenlehne kann ausgeklappt werden. Dann hat man hier eine Armauflage inklusive zweier Getränkehalter. Und an den Rückenlehnen der Vordersitze, da gibt es hier und hier jeweils zwei USB-C-Buchsen. Und hier unten haben wir eine 230-Volt-Steckdose, die bis zu 3,6 Kilowatt Leistung liefert.
So, das Heck, das sieht hier sehr clean und sauber aus und scheinbar fehlt der Heckscheibenwischer – stimmt aber nicht. Den hat Kia nämlich hier unten unter dem Dachkantenspoiler versteckt. Die Heckklappe, die öffnet elektrisch. Das ist ein aufpreispflichtiges Extra. Und jetzt haben wir den Blick in den Kofferraum, der hat fast 435 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen wächst das Ladevolumen auf 1415 Liter. Es gibt unter der Vorderhaube keinen Frunk, also keinen Zusatzkofferraum vorne. Dafür gibt es hier unten einen extra Laderaum, ein bisschen Stauraum, wo zum Beispiel das Ladekabel Platz findet. So, und jetzt drehen wir noch eine Runde.
Wer ein familientaugliches Elektroauto sucht und keinen SUV fahren möchte, der landet womöglich beim Kia EV4. Das Auto bietet viel Platz, mit der größeren Batterie auch eine ordentliche Reichweite und so eine gewisse Extravaganz. Außerdem, wie alle anderen Kia-Modelle auch, bietet es bis zu 7 Jahre Garantie auf den Wagen und 8 Jahre Garantie auf den Akku.
Gut gefallen uns das eigenwillige Design, das ist mal ein bisschen was anderes, das angenehme Fahrgefühl und das gute Platzangebot auf den Rücksitzen. Nicht so gut gefallen uns die vielen schwarzen Hochglanz-Plastik-Elemente an der Karosserie. Dann die bei manchen Lichtverhältnissen schlecht ablesbaren Schnellzugriffstasten hier vorne und die eigenwillige Preisgestaltung mit den vielen Extras, die aufpreispflichtig sind.«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Apropos Preis, was kostet der denn?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Den Kia EV4 gibt es ab 37.590 Euro, die Varianten mit dem großen Akku, die kosten mindestens 43.240 Euro und unser Testwagen mit großem Akku, mit Vollausstattung und mit einigen aufpreispflichtigen Extras, die noch obendrauf kommen, der kostet 54.200 Euro. Ja, obendrauf kommt übrigens auch noch mal 20 Euro für diesen Disney-Spaß hier. Apropos, Donald, wie findest du denn den Wagen? Ich habe kein Wort verstanden. Und dein Fazit?«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Das bringt uns auch nicht weiter.«
- Wir drehen eine Runde: Renault 4 E-Tech: Baguette an Bord
- Wir drehen eine Runde: Nissan Leaf: Pionier auf Aufholjagd Von Niko Bünten und Jürgen Pander
- Türkisches Elektroauto im Test: Togg, die Wette gilt Ein Video von Niko Bünten und Jürgen Pander
- Wir drehen eine Runde: Spacecamper Bike: Camping auf zwei Rädern Von Niko Bünten und Jürgen Pander
- Wir drehen eine Runde: Fahren wie Emmanuel Macron Von Jürgen Pander und Niko Bünten
