Großbritannien geht davon aus, dass Russland in vier Jahren die Nato angreifen könnte. Zu dem Schluss seien britische Geheimdienste sowie weitere Nato-Staaten gekommen, sagte Premierminister Keir Starmer beim Besuch eines Drohnenherstellers in Südwestengland. Im Hinblick auf die Verteidigungskapazitäten seines Landes sagte er: »Sie verstehen also, welche Dringlichkeit und Bedeutung wir diesem Thema derzeit beimessen.«
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer (rechts) beim Besuch eines Drohnenherstellers in Südwestengland
Foto: Alastair Grant / AFPÄhnlich hatten sich in den vergangenen Monaten bereits andere europäische Spitzenpolitiker geäußert. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte im vergangenen Dezember vor einem russischen Angriff auf Nato-Gebiet binnen fünf Jahren gewarnt. Die Bundeswehr geht nach Aussagen von Generalinspekteur Carsten Breuer davon aus, dass Russland ab 2029 zu einem groß anlegten Angriff auf Nato-Gebiet in der Lage sein könnte.
In einem Interview mit der Rundfunkanstalt BBC hatte zuvor der britische Generalstabschef Richard Knighton gesagt, dies sei der »gefährlichste Zeitraum« seiner 35-jährigen militärischen Laufbahn. Es sei vor diesem Hintergrund wichtig, dass Großbritannien und seine Verbündeten ihre Fähigkeiten verstärkten, um »unsere Gegner abzuhalten, etwas Unüberlegtes zu tun«.
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Großbritannien plant nach Angaben von Regierungschef Starmer einen auf zehn Jahre ausgerichteten Investitionsplan zur Stärkung der eigenen Verteidigung, dieser solle vor dem am 7. Juli beginnenden Nato-Gipfel veröffentlicht werden.
