Der britische Premier Keir Starmer hat sich für engere Beziehungen seines Landes zu China ausgesprochen. Man lebe in Zeiten, die »herausfordernd für die Welt« seien, sagte Starmer bei seinem Besuch in Peking. Gegenüber Chinas Staatschef Xi Jinping erklärte Starmer, dass die beiden Länder etwa bei Fragen der globalen Stabilität und des Klimawandels zusammenarbeiten müssten. Er habe bereits in der Vergangenheit betont, »dass Großbritannien und China eine langfristige, beständige und umfassende strategische Partnerschaft brauchen«, so Starmer.
Die britische Delegation (rechts) zu Besuch in der Großen Halle des Volkes in Peking
Foto: Kin Cheung / REUTERSStarmers Besuch findet vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit US-Präsident Donald Trump statt. Dieser hatte zuletzt unter anderem mit Zöllen gegen Kanada gedroht, sollte das Land ein Handelsabkommen mit China unterzeichnen. Starmer wies Bedenken zurück, die Annäherung an Peking könne Washington verärgern. Die Beziehung zu den USA sei eine der engsten, die Großbritannien habe – sei es bei Verteidigung, Sicherheit oder Handel. Er sehe sich als »Pragmatiker«, der sich nicht zwischen den USA oder China entscheiden müsse. Starmer wird von einer Delegation aus mehr als 50 Wirtschaftsvertretern begleitet.
Die Beziehungen zwischen London und Peking waren in den vergangenen Jahren auf einem Tiefpunkt angelangt. Belastet wurde das Verhältnis durch das Vorgehen Chinas in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, die Unterstützung Russlands im Ukrainekrieg sowie Spionagevorwürfe britischer Dienste gegen Peking.
»Historischer Besuch«
China sei ein »zentraler Akteur auf der globalen Bühne«, und es sei »entscheidend, dass wir eine ausgereiftere Beziehung aufbauen«, fügte Starmer laut Medienberichten bei dem Treffen hinzu. Es sei »zu lange her«, dass ein britischer Premierminister China besucht habe. Bei einem Treffen mit Zhao Leji, dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, sprach Starmer von einem »historischen Besuch«.
Starmer ist der erste britische Premier seit acht Jahren, der China besucht. In diesem Monat waren bereits Südkoreas Präsident Lee Jae-myung, Kanadas Premier Mark Carney und Finnlands Premier Petteri Orpo nach China gereist – allesamt Länder, die langjährige Verbündete der USA sind. Friedrich Merz plant im Februar seine erste Chinareise als Bundeskanzler.
