Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gibt sein Amt ab. Er stehe bei der am 23. Februar beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Würzburg nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Brief Bätzings an die Konferenzmitglieder.
»Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden«, teilte der Bischof von Limburg darin ohne genauere Angaben zu den Gründen mit. Bei der Vollversammlung in Würzburg wird ein Nachfolger für die kommenden sechs Jahre gewählt. Zuerst hatte unter anderem die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« darüber berichtet.
Wunsch nach »konstruktivem Ringen«
In einem Brief an alle Mitglieder der Bischofskonferenz schrieb Bätzing unter anderem mit Blick auf die anstehende Wahl: »Um im Vorfeld gute diesbezügliche Überlegungen zu ermöglichen, möchte ich Euch mitteilen, dass ich für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe. Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.«
Für die anstehende Wahl wünsche er dem »Miteinander in der Konferenz weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen«.
Umstrittener Reformkurs
Der Limburger Bischof, der im März 2020 auf den Münchner Kardinal Reinhard Marx gefolgt war, sprach von »sechs intensiven Jahren« an der Spitze der Bischofskonferenz.
Gegen den 64-Jährigen gab es innerhalb des Gremiums seit längerer Zeit Widerstand. Er ist entschiedener Befürworter eines Reformkurses in der Kirche. Bätzing macht sich zum Beispiel dafür stark, dass Frauen Diakoninnen werden dürfen – eine Vorstufe zum Priesteramt. Auch will er sogenannte Laien, normale Gläubige ohne klerikales Amt, stärker an Entscheidungen beteiligen.
Von vielen reformorientierten Kirchenmitgliedern etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wird er dafür geschätzt. Im Vatikan galt er dagegen als wenig gut vernetzt.
