Fast alle kennen den Moment, in dem Kate Winslet als Rose an der Reling auf der Titanic steht: James Camerons Film machte die Schauspielerin an der Seite von Leonardo DiCaprio schlagartig bekannt. Auf den Ruhm war die damals Anfang Zwanzigjährige allerdings nicht vorbereitet.
Schauspieler Winslet, DiCaprio: Auf die Aufmerksamkeit nicht vorbereitet
Foto: CBS Photo Archive / CBS / Getty ImagesIn einem Radiointerview mit der BBC schilderte Winslet, 50, nun, wie brutal der Medienhype Ende der Neunzigerjahre über sie hereinbrach. Obwohl die Dreharbeiten zu dem Film eine unglaubliche Erfahrung waren, sei ihre Welt »völlig auf den Kopf gestellt« worden, als der Film in die Kinos kam: Paparazzi vor der Tür, durchwühlter Müll, sogar Ladenbesitzer wurden gefragt, was sie gekauft habe. »Es war furchtbar. Ich war nicht bereit für diese Welt«, sagte sie.
Auch die Kommentare über ihren Körper setzten ihr zu. Winslet, die schon als Teenager gehänselt wurde, erlebte nach »Titanic« eine Welle verletzender Schlagzeilen und retuschierter Magazincover mit Fotos, auf denen sie sich selbst nicht mehr erkannte: »Es gab Leute, die mein Telefon abhörten. Sie waren einfach überall. Ich war ganz auf mich allein gestellt. Ich hatte Angst, schlafen zu gehen«.
Regisseurin Winslet: Nie an Selbstbewusstsein gemangelt
Foto: Kimberley French / APWinslet sprach auch über die Schlagzeilen, die erschienen, nachdem bekannt wurde, dass sie sich 2010 von ihrem zweiten Ehemann, dem Filmregisseur Sam Mendes, scheiden lassen würde. »Ich wurde in New York City mit meinen beiden kleinen Kindern von Paparazzi verfolgt, die natürlich wissen wollten, warum Sam und ich uns getrennt hatten«, sagte sie.
Auf die Frage, wie sie damals damit umgegangen ist, antwortete Winslet: »Man hält einfach den Mund, senkt den Kopf und geht weiter. Und man versucht, den Kindern die Ohren zuzuhalten. Man stützt sich auf seine Freunde und macht einfach weiter.« Was ihr außerdem half? »Ein gutes Essen, ein gemeinsames Gespräch, eine schöne Tasse Kaffee, ein bisschen Radiohead und ein guter Stuhlgang.«
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Der Druck, als Frau in der Filmindustrie zu arbeiten, habe sich mit der Zeit zwar verändert, sagte Winslet, es gebe aber noch so viel, was wir als Gesellschaft verlernen müssten.
Als sie mit dem Film »Goodbye June«, geschrieben von ihrem Sohn Joe Anders, ihr Regiedebüt gab, habe sie eine Reihe von Dingen gehört, die einem männlichen Regisseur niemals gesagt worden wären, so Winslet. Zum Beispiel, dass sie nicht vergessen solle, selbstbewusst zu ihren Entscheidungen zu stehen. »Wenn es eine Sache gibt, an der es mir nie gemangelt hat, dann ist es genau das.«
