Katar und Iran teilen sich das größte Gasfeld der Erde. Es liegt im Persischen Golf. Das machtbewusste Emirat nennt seinen Teil »North Dome«, die Islamische Republik ihren »South Pars«.
Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit haben beide Länder in den vergangenen Jahren pragmatisch zusammengearbeitet – obwohl in Katar auch die wichtige US-Militärbasis Udeid steht.
Das ist nun vorbei. Iran hat Katar diese Woche mehrfach angegriffen, mal mit Raketen, mal mit Drohnen, aber auch mit zwei Suchoi Su-24-Flugzeugen.
Wie der US-Sender CNN berichtet , kamen die iranischen Bomber der US-Basis gefährlich nahe. Es fehlten demnach nur zwei Minuten. Katars Luftstreitkräfte schossen die iranischen Feindflugzeuge aber noch rechtzeitig ab – es war der erste Kampfeinsatz für F-15-Piloten des Emirats.
Steht unter Beschuss: Doha
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpaVor diesem Hintergrund hat Katar auch iranische Darstellungen zurückgewiesen, wonach jüngste Raketenangriffe nicht gegen das Golfemirat gerichtet gewesen seien.
Zuvor hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna in einem Telefonat erklärt, Iran ziele nur auf »US-Interessen in Katar«.
Herrscher von Katar mit Militärs
Foto: AFPNach katarischer Darstellung trafen die Geschosse jedoch zivile und bewohnte Gebiete innerhalb des Landes. Betroffen gewesen seien unter anderem Bereiche in der Nähe des Flughafens in Doha. Katars Premierminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani sprach von einem »eklatanten Verstoß« gegen die Souveränität des Staates Katar und gegen das Völkerrecht.
Die iranischen Maßnahmen zeigten einen »eskalierenden Ansatz« und ließen keinen ernsthaften Willen zur Deeskalation erkennen. Teheran versuche, Nachbarstaaten in einen Krieg hineinzuziehen, »der nicht der ihre ist«.
Katars Behörden haben derweil zehn Menschen wegen des Verdachts auf Spionage für Iran festgenommen. Bei Befragungen hätten die Festgenommenen ihre Verbindungen zu Irans Revolutionswächtern gestanden, berichtet die Staatsagentur QNA. Sieben der Festgenommenen hätten Informationen zu militärischer und anderer wichtiger Infrastruktur in Katar sammeln sollen. Die anderen drei seien für den Einsatz von Drohnen ausgebildet und sollten demnach Sabotageakte in Katar starten. Die Behörden stellten auch technisches Gerät sicher.

