Als Räuber verkleidete Zivilpolizisten haben beim Straßenkarneval in Rio de Janeiro Handydiebe auf frischer Tat erwischt. Die Beamten trugen die aus der Netflix-Serie »Haus des Geldes« bekannten roten Overalls und Masken, um sich unauffällig unter die Feiernden zu mischen, wie die Polizei mitteilte.
Mit Unterstützung einer Drohne beobachteten sie dann, wie eine Frau einer Person das Handy aus der Hand riss und es an einen Komplizen weitergab. Die Ermittler griffen ein – und fanden bei dem Duo fünf gestohlene Mobiltelefone.
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Handydiebstähle gehören zu den häufigsten Delikten während des Karnevals in Rio. In den dicht gedrängten Straßenblocks nutzen Täterinnen und Täter nach Angaben der Behörden das Gedränge aus, um Mobiltelefone zu entreißen oder unbemerkt aus Taschen zu stehlen.
Auch in anderen Bundesstaaten setzen die Behörden auf verkleidete Ermittler. In São Paulo nahmen Zivilpolizisten, die als Figuren der Zeichentrickserie »Scooby-Doo« verkleidet waren, im Zentrum der Stadt drei Verdächtige fest. Die Beamten mischten sich unter die Menge und stellten acht gestohlene Mobiltelefone sicher.
Höhepunkt des Karnevals in Rio ist jedes Jahr der Wettbewerb der Sambaschulen. Eine Jury vergab dafür Noten in neun Kategorien, darunter Kostüme, Harmonie und Handlung. Am Mittwoch wurde die »Unidos do Viradouro« zum Sieger gekürt: Es ist der vierte Titel für die Schule aus Niterói, der Schwesterstadt von Rio.
Die zwölf Top-Schulen waren am Sonntag, Montag und Dienstag mit exotischen Kostümen, spektakulären Wagen und Lichteffekten jeweils bis in den frühen Morgen durch das Samba-Stadion gezogen. Zehntausende Menschen auf den Tribünen und in Logen sowie Millionen vor dem Fernseher in Brasilien und weltweit verfolgen für gewöhnlich die Umzüge auf dem überdimensionalen Laufsteg.
