Kanzler Friedrich Merz hat seinen Büroleiter ausgetauscht. Nachfolger von Jacob Schrot wird der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer, Philipp Birkenmaier. Das teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Birkenmaier werde zeitnah die Leitung des Kanzlerbüros übernehmen und die tägliche Arbeit des Bundeskanzlers organisieren.
Merz dankte seinem bisherigen Büroleiter Jacob Schrot für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und sagte laut der Erklärung: »Ich danke ihm ausdrücklich für seine Loyalität und die herausragende Unterstützung beim Start der neuen Regierung, aber auch in der Zeit der Opposition und im Wahlkampf.«
Der Kanzler dankte Schrot zudem für sein Wirken im Zusammenhang mit dem neuen Nationalen Sicherheitsrat. Schrot hatte das Gremium maßgeblich mit aufgebaut. Es soll zur besseren Koordinierung der Außenpolitik zwischen den verschiedenen Ressorts dienen.
Unmut über bisherigen Bürochef in der Partei
Die Hintergründe des Wechsels waren zunächst unklar. In der CDU gab es aber schon länger Unmut über Schrot. Dem 35-Jährigen fehle das Gespür für die Partei, hieß es unter Abgeordneten. Schrot sei nicht gut vernetzt, seine Expertise liege vor allem in der Außenpolitik. Zudem habe er dazu geneigt, alles an sich zu ziehen. Alles müsse über seinen Schreibtisch laufen, beklagten Unionspolitiker. Das habe dazu geführt, dass Merz bei Absprachen mit Fraktion und Ministerpräsidenten Fehler unterlaufen seien.
Merz’ neuer Bürochef verfüge über langjährige Erfahrung in der Regierung, Fraktion und der Partei und sei bestens im politischen Berlin vernetzt. Er war bereits von 2007 bis 2012 im Bundeskanzleramt tätig. Anschließend arbeitete er als Geschäftsführer des Parlamentskreises Mittelstand in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ehe er 2019 als Unterabteilungsleiter ins Wirtschaftsministerium wechselte.
Vertrauter von Generalsekretär Linnemann
2022 verantwortete Birkenmaier im Konrad-Adenauer-Haus gemeinsam mit Generalsekretär Carsten Linnemann den Grundsatzprogrammprozess. Seit Juli 2024 war er dann Bundesgeschäftsführer der CDU. Durch seine bisherige Stellung könnte er es Merz leichter machen, sich enger mit der Parteizentrale im Konrad-Adenauer-Haus abzustimmen.
Sein Vorgänger Schrot sagte laut der veröffentlichten Mitteilung: »Nach intensiven zehn Jahren in der Bundespolitik möchte ich mich neuen beruflichen Herausforderungen stellen.«
