SpOn 30.01.2026
17:46 Uhr

Kamtschatka: Jahrhundert-Winter bringt meterhohen Schnee


Mehrere Zentimeter Neuschnee sorgten zuletzt vielerorts in Deutschland für chaotische Szenen. Im fernen Osten Russlands kann man darüber vermutlich nur milde lächeln.

Kamtschatka: Jahrhundert-Winter bringt meterhohen Schnee

Eisige Temperaturen und Schneemassen mit teils tödlichen Folgen prägen derzeit weite Teile von Russland. Besonders betroffen ist die fernöstliche Halbinsel Kamtschatka: Sie erlebt einen Jahrhundertwinter.

Seit Tagen gilt in der Pazifikregion der Ausnahmezustand. Russische Medien berichten von einer »Schnee-Apokalypse« mit eingeschneiten Häusern und Autos, Versorgungsengpässen und auch Opfern: In der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski etwa wurden laut Behörden zwei Männer von Schneemassen, die von Dächern zu Boden krachten, erschlagen.

Fotostrecke

Jahundertwinter in Kamtschatka

Foto: Alexander A. Piragis / Anadolu Agency / IMAGO

Meteorologen sprechen von den schwersten Schneefällen seit etwa 30 Jahren. Binnen weniger Tage fiel so viel Schnee wie sonst in Monaten. Wissenschaftlern zufolge sind die extremen Bedingungen auf wiederkehrende Zyklone über dem Pazifik zurückzuführen, die große Mengen an Feuchtigkeit mit sich bringen. Durch die kalte Luft und die komplexen geografischen Gegebenheiten Kamtschatkas verwandelt sich diese Feuchtigkeit in reichlich schweren Schnee.

In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos von den teils bedrohlichen Zuständen. Zu sehen ist da eine Frau, die ihr Fenster öffnet und sich mit einem Eimer durch den Schnee gräbt. In einem anderen Clip sitzen zwei Männer in einem Auto unter einem meterhohen Schneeteppich. Sie haben sich einen langen Tunnel zu dem Fahrzeug gegraben. Viel zu sehen sind auch Gebäude, an denen nicht nur der Eingang, sondern auch die ersten Etagen eingeschneit sind. Teils verließen Menschen ihre Wohnungen über das Fenster – oder gar nicht. Allerdings: Nicht alle dieser Fotos und Videos sind authentisch.

Der Schnee ist nicht das einzige spektakuläre Naturereignis, das es derzeit auf Kamtschatka zu bewundern gibt: Vor wenigen Tagen brach der Vulkan Schiwelutsch aus und spuckte eine riesige Aschewolke in die Luft. Mehr dazu lesen Sie hier.

mkh/dpa