SpOn 17.12.2025
04:42 Uhr

Kalifornien droht Tesla mit einmonatigem Verkaufsstopp


Hat Tesla bei seinem Assistenzsystems »Autopilot« zu viel versprochen? Das sieht zumindest ein Gericht in Kalifornien so. Der Hersteller muss nun nachbessern – sonst droht eine drastische Strafe.

Kalifornien droht Tesla mit einmonatigem Verkaufsstopp

Die US-Westküste ist für den Elektroauto-Hersteller Tesla ein wichtiger Absatzmarkt. Ausgerechnet in Kalifornien allerdings könnte demnächst ein 30-tägiger Verkaufsstopp drohen. Auslöser ist die Einschätzung eines Gerichts, dass die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk die Fähigkeiten ihres Assistenzsystems »Autopilot« übertrieben dargestellt habe.

Die kalifornische Verkehrsbehörde schob eine Umsetzung des Verkaufsstopps um 60 Tage auf, damit Tesla Änderungen vornehmen könne. Sollte das nicht passieren, werde die Händlerlizenz danach für 30 Tage ausgesetzt, teilte die Behörde mit.

Tesla verkaufte in Kalifornien in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach Berechnungen eines Händlerverbandes knapp 135.500 Fahrzeuge – ein Rückgang von 15 Prozent. Damit lag das Unternehmen auf Rang drei hinter Toyota und Honda.

Das Gericht schlug auch vor, die Herstellerlizenz von Tesla in Kalifornien für 30 Tage auszusetzen. Allerdings legte die Verkehrsbehörde diese Maßnahme erst einmal auf Eis. In Kalifornien befindet sich das Tesla-Stammwerk in Fremont.

Die Debatte um den Namen und die Vermarktung des »Autopilot«-Systems und vor allem der Ausbaustufe »Full Self-Driving» (FSD, zu Deutsch: komplett selbstfahrend) läuft schon lange. Denn FSD macht einen Tesla nicht zum selbstfahrenden Auto, auch wenn der Name es suggeriert. Wer am Steuer sitzt, muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen und trägt die Verantwortung. Damit ist FSD faktisch nur ein Assistenzsystem.

Waymo liegt bei den Robotaxis weit vorn

Trotz Warnungen im Tesla-Handbuch verließen sich viele Fahrer nach Erkenntnissen der Unfallermittlungsbehörde NTSB übermäßig auf die »Autopilot«-Software. Tesla steuerte bereits etwas um und spricht bei der aktuellen Ausführung von »FSD supervised« (beaufsichtigt). Erst bei der noch nicht serienmäßig eingeführten Stufe »FSD unsupervised« sollen die Fahrzeuge wirklich autonom fahren.

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Die Google-Schwesterfirma Waymo hat mehr als 2500 komplett autonom fahrende Robotaxis in mehreren US-Städten auf den Straßen und gilt als klare Nummer eins bei Technik für selbstfahrende Autos. Waymo wolle sich für die weitere Expansion Milliarden in einer Finanzierungsrunde besorgen, berichteten die Website »The Information« und der Finanzdienst Bloomberg. Die Firma solle mit mindestens 100 Milliarden Dollar (85 Milliarden Euro) bewertet werden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Bloomberg zufolge will Waymo mehr als 15 Milliarden Dollar einsammeln, bei »The Information« war von möglicherweise mehr als zehn Milliarden Dollar die Rede.

jok/dpa