Die Gefahr eines Chemieunglücks im kalifornischen Garden Grove südöstlich von Los Angeles hat am Samstag weiter zugenommen. Der undichte, mit 26.000 Litern entzündlicher Flüssigkeit gefüllte Tank habe sich weiter erhitzt, sagte der Notfall-Einsatzleiter der Feuerwehr von Orange County, Craig Covey, in einem in Onlinenetzwerken veröffentlichtem Video. Die Temperatur des Chemietanks sei seit Freitagmorgen von 77 auf 90 Grad Fahrenheit (32 Grad Celsius) gestiegen.
Die Feuerwehr bemühte sich laut Covey weiter, den Chemikalientank zu kühlen. Wegen des drohenden Chemieunglücks waren am Freitag etwa 40.000 Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser und die Umgebung des Chemietanks zu verlassen. Zunächst weigerten sich viele Menschen. Doch mittlerweile seien die Anwohner der Evakuierungsaufforderung nachgekommen, sodass nur noch die Einsatzkräfte vor Ort einem Risiko ausgesetzt seien, sagte Covey.
Angesichts der gefährlichen Lage hat Gouverneur Gavin Newsom den Notstand für den betroffenen Bezirk Orange County ausgerufen. Die Einsätze der kalifornischen Behörden, das Explosionsrisiko zu mindern oder zu beseitigen, liefen weiter, schrieb Newsom auf der Plattform X weiter.
I’m proclaiming a state of emergency in Orange County as California continues to respond to the hazardous chemical incident in Garden Grove.@Cal_OES has been mobilized for over 24 hours and state agencies are supporting impacted communities to protect public safety, and assist… pic.twitter.com/pOLZWkX0vD
— Governor Gavin Newsom (@CAgovernor) May 23, 2026
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Mit dem Ausrufen des Notstandes kann der Bundesstaat nun auf mehr Hilfe und Geld der US-Regierung in Washington hoffen.
Die evakuierten Bürgerinnen und Bürger werden von Hilfsorganisationen versorgt
Foto: David Swanson / REUTERSDer Tank auf dem Firmengelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens enthält 7000 Gallonen (etwa 26.000 Liter) Methacrylsäuremethylester, auch als Methylmethacrylat oder MMA bekannt – eine flüchtige und entzündliche Flüssigkeit, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Der US-Umweltbehörde EPA zufolge verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, der Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.
Notfall-Einsatzleiter Covey sagte zunächst, es blieben »buchstäblich nur noch zwei Optionen: »Entweder gibt der Tank nach und lässt insgesamt hochgefährliche Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen.« Oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Diese Karte zeigt den »blast radius« um den defekten Tank – die Zone, in der bei einer Explosion Schäden zu erwarten sind
Foto: Ted Soqui / EPASpäter sagte Covey über den undichten Tank: »Dieses Ding einfach kaputtgehen und in die Luft fliegen lassen, ist nicht hinnehmbar.« Die Feuerwehr verfolge das Ziel, »das nicht zuzulassen, das nicht unserer Gemeinde oder unserer Umwelt Schaden zufügen zu lassen«.
Das Leck im Tank war am Donnerstag entdeckt worden. Hinweise auf die Ursache des Schadens lagen zunächst nicht vor.
