Ein fahrerloses Robotaxi von Waymo hat in Kalifornien ein Kind angefahren und leicht verletzt. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA leitete nach einer Meldung von Waymo eine Untersuchung ein. Das Unternehmen habe mitgeteilt, dass sich der Unfall in der Nähe einer Grundschule ereignet und das Kind leichte Verletzungen davongetragen habe. Der Behörde zufolge ereignete sich der Unfall am 23. Januar.
Nach Darstellung von Waymo war das Kind von einem hohen SUV verdeckt, bevor es auf die Straße vor das selbstfahrende Auto lief. Der Wagen habe das Tempo in einer Vollbremsung von gut 27 Kilometer pro Stunde auf unter zehn Kilometer pro Stunde gesenkt. Nach Berechnungen eines Computermodells von Waymo wäre auch ein aufmerksamer menschlicher Fahrer mit dem Kind kollidiert – allerdings noch mit einer Geschwindigkeit von rund 22,5 Kilometer pro Stunde.
Unabhängige Verkehrsforscher sehen auch nach jahrelangen Daten keine Grundlage für ein Urteil, ob Robotaxis den Verkehr tatsächlich sicherer machen.
Die Behörde will nun unter anderem prüfen, ob das Fahrzeug mit angemessener Vorsicht angesichts der Nähe zu einer Schule und Kindern unterwegs gewesen sei. Waymo hatte bereits die Software anpassen müssen, nachdem etwa ein Fahrzeug dabei gefilmt wurde, wie es regelwidrig einen parkenden Schulbus umfährt.
Bisher wurden zwei folgenschwere Unfälle mit selbstfahrenden Autos bekannt. In San Francisco wurde eine Frau im Herbst von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor ein Robotaxi der General-Motors-Tochter Cruise geschleudert. Das selbstfahrende Auto konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern, und die Frau blieb unter dem Cruise-Wagen stecken. Das Auto versuchte danach, an den Straßenrand zu fahren und schleppte die Frau rund sechs Meter mit. Nach Vertuschungsvorwürfen wurde das Cruise-Management ausgetauscht, schließlich machte die Firma dicht.
Beim bisher einzigen tödlichen Unfall mit einem autonomen Auto überfuhr ein Wagen des Fahrdienstvermittlers Uber bei einer abendlichen Testfahrt im Bundesstaat Arizona eine Frau, die eine mehrspurige Straße überquerte. Die Frau schob ein Fahrrad mit Einkaufstaschen am Lenkrad neben sich. Untersuchungen zeigten, dass die Software nicht schnell genug reagierte, weil sie die Objekte zunächst nicht einordnen konnte. Uber gab die Entwicklung eigener Technik für selbstfahrende Autos schließlich auf.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, es werde gegen den Autohersteller ermittelt. Tatsächlich ist Waymo der Betreiber der Robotaxis, nicht der Hersteller. Wir haben den Fehler korrigiert.
