Beim Who’s who im Brüsseler Politikbetrieb ebenso wie in 27 Mitgliedstaaten den Überblick zu behalten, kann mitunter fordernd sein. Erst recht, wenn sich zwei Politiker im Erscheinungsbild so sehr ähneln wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), 65, und CDU-Außenpolitiker Armin Laschet, 64. Diese Erfahrung musste nun das Social-Media-Team der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas machen.
Nach einem Treffen mit den beiden Politikern in Berlin postete Kallas auf Instagram ein Foto von Laschet und schrieb darunter: »Ein Vergnügen, den Verteidigungsminister Boris Pistorius zu treffen«. Der Beitrag wurde schnell wieder entfernt, doch Screenshots der Verwechslung kursieren weiter im Netz .
Laschet hatte als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses an Kallas’ Empfang teilgenommen. Dort ging es unter anderem um die Krisen in Iran, Venezuela, Grönland und der Ukraine. »Wer seine nationalen Interessen schützen will, muss für ein wettbewerbsfähiges, wirtschaftlich starkes Europa eintreten, das außenpolitisch souverän und handlungsfähig ist«, schrieb Laschet auf X zu Fotos mit Kallas.
Antrittsbesuch der Hohen Beauftragten der EU für Außenpolitik @kajakallas #Berlin . Die aktuellen Krisen vom Iran, Venezuela u Grönland bis zur Ukraine zeigen: Kein Land in Europa ist alleine stark genug in einer sich verändernden Welt. Wer seine nationalen Interessen schützen… pic.twitter.com/Drza5FM9Wd
— Armin Laschet (@ArminLaschet) January 13, 2026
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Dass Kallas durchaus wahrgenommen hatte, dass es sich um zwei verschiedene Männer handelt, geht auch aus einem anderen Beitrag hervor. »Gemeinsam mit dem deutschen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages Armin Laschet haben wir eine Reihe wichtiger Themen erörtert«, schrieb Kallas.
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Die Ähnlichkeit von Laschet und Pistorius sorgte bereits mehrfach für Erheiterung. Die beiden Politiker haben mit den Verwechslungen inzwischen Erfahrung. So berichtete Laschet einmal, er sei von den Sicherheitsleuten des Ministeriums für Pistorius gehalten worden.
Er wohne in Berlin in derselben Straße wie Pistorius und fahre morgens immer mit dem E-Scooter zum Bundestag, sagte Laschet einst im Podcast »Meine schwerste Entscheidung « der Funke Mediengruppe. »Und dann war Riesenaufruhr im Ministerium, dass die Polizei da angerufen hat, das müssen Sie ihm jetzt sagen, der Minister kann nicht mit dem E-Scooter durch die Gegend fahren – und es war gar nicht er, sondern ich«, so Laschet. »Passiert immer wieder.«
Und als es in der SPD rumorte, ob vor der Bundestagswahl im vorigen Jahr nicht doch Pistorius Kanzlerkandidat der SPD werden sollte, titelte die »taz« mit einem Foto von Pistorius: »Laschet wieder im Gespräch!«
