Die Menschen suchten Schutz, dann wurde ihr Unterschlupf in Brand gesteckt: Ein 50 Jahre alter Mann soll in Kaiserslautern ein Kälteschutzzelt angezündet haben, in dem Obdachlose geschlafen haben. Glücklicherweise hatte ein Zeuge die Flammen in der Nacht zum Donnerstag entdeckt und fünf schlafende Menschen geweckt.
Die Zeltbewohner retteten sich ins Freie, zwei Menschen wurden laut Polizei leicht verletzt. Das Zelt stand auf dem Gelände einer katholischen Kirche. Das Kälteschutzzelt bot wohnungslosen Menschen eine Übernachtungsmöglichkeit. In dem Zelt waren laut Polizei sechs sogenannte Kälteiglus – halbrunde Kammern aus wetterfestem Isoliermaterial.
Iglus gegen die Kälte, hier in Hamburg
Foto: BREUEL-BILD / IMAGOWie der SWR berichtet , sind ein Schutzzelt für die Kälteiglus und sechs der zehn Iglus abgebrannt. Ein zweites Zelt wurde demnach stark beschädigt, fast alle Schlafsäcke, Isomatten und Winterkleidung für Obdachlose wurden zerstört. Das sei alles ersetzbar, sagte Pfarrer Andreas Keller dem SWR. Aber es seien auch Dinge der Obdachlosen zerstört worden: Sie »haben ihre wenigen Habseligkeiten verloren, darunter Fotos ihrer Angehörigen, die für sie unersetzlich sind«.
Den Schaden schätzt Pfarrer Keller demnach auf mindestens 10.000 Euro. Er sammelt jetzt Spenden für die wohnungslosen Menschen.
Dem 50-jährigen Verdächtigen werde versuchter Mord in sechs Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Zum Motiv des Täters gibt es bisher keine Angaben. Der Tatverdächtige sei noch vor Ort festgenommen worden. Die Polizei hat nach ihren bisherigen Ermittlungen den Verdacht, dass der 50-Jährige das Feuer vorsätzlich legte.
Kurz vor der Tat brannten laut Polizei in der Innenstadt zwei Müllcontainer. Derzeit werde geprüft, ob der Mann auch für diese Brände verantwortlich sein könnte.
