Ein massiver Wintereinbruch in den USA hat den Erdgaspreis zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Der Terminkontrakt für Februar kletterte am Montag an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um rund 29 Prozent auf 6,80 Dollar pro Millionen British Thermal Units (mmBTU).
Damit verzeichnete er binnen fünf Tagen einen Rekordanstieg von 119 Prozent. Auslöser ist eine arktische Kältewelle, die die Heiznachfrage in die Höhe schnellen ließ, während gleichzeitig zugefrorene Leitungen und Förderanlagen das Angebot verknappten.
Händler machten zudem Spekulanten für den drastischen Anstieg verantwortlich. Viele Marktteilnehmer waren Short-Positionen eingegangen, hatten also auf fallende Preise gesetzt. Da der Februar-Kontrakt am Dienstag ausläuft, waren sie gezwungen, sich schnell mit Erdgas einzudecken, um ihre Positionen glattzustellen. Im Tagesverlauf war der Preis deshalb zeitweise sogar um bis zu 41 Prozent auf knapp 7,44 Dollar nach oben geschossen. Verschärft wurde die Lage durch einen Einbruch der Förderung: Daten der LSEG zufolge fiel die US-Gasproduktion am Sonntag auf ein Zweijahrestief, da vor allem in Texas und Louisiana zahlreiche Bohrlöcher einfroren.
Mehrere Tote wegen der Kältewelle
Wegen des Extremwetters kam es auch zu Todesfällen: Die Zeitung »USA Today« berichtete zuletzt unter Berufung auf örtliche Behörden von mindestens 13 Toten in fünf US-Bundesstaaten seit dem Wochenende, der Sender CNN von mindestens elf. Die in den US-Medien genannten Zahlen schwankten, je nachdem, wie eindeutig die Todesursachen mit dem Extremwinter in Zusammenhang gebracht wurden, der weite Teile Nordamerikas im Griff hat.
Als vermutlich erfroren galten demnach fünf Menschen, die laut New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani am Wochenende in der Millionenmetropole tot im Freien gefunden wurden. Eine offizielle Todesursache wurde jedoch bisher nicht festgestellt.
Tod durch Unterkühlung galt auch in den Fällen von drei Menschen in den US-Bundesstaaten Kansas, Michigan und Texas laut Behörden als wahrscheinlich. Deren Leichen wurden jeweils in eisiger Kälte gefunden.
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Bereits am Sonntag hatte die zuständige Gesundheitsbehörde im Caddo Parish im Bundesstaat Louisiana den Tod zweier Männer an Unterkühlung gemeldet.
Eisglätte und Sturm führten vielerorts zu schweren Verkehrsunfällen und Massenkarambolagen. In den südlichen Bundesstaaten Texas und Tennessee starben dabei mindestens zwei Menschen. In Tennessee meldeten die Behörden insgesamt drei Tote in Verbindung mit dem Wetter, wobei unklar war, inwiefern die Zahl der Behörden den Verkehrstoten einschloss.
