SpOn 06.02.2026
10:29 Uhr

KI-Chatbot findet Hunderte Sicherheitslücken und löst Kurssturz aus


ChatGPT-Konkurrent Anthropic hat Claude Opus 4.6 vorgestellt. Die KI soll umfassende Marktanalysen durchführen. Zunächst hat sie jedoch 500 IT-Sicherheitslücken entdeckt. Die Aktienkurse vieler Finanzfirmen sackten ab.

KI-Chatbot findet Hunderte Sicherheitslücken und löst Kurssturz aus

Im Wettlauf der KI-Entwickler weitet Anthropic, ein Konkurrent des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, die Fähigkeiten seiner Software Claude auf mehr Bereiche aus. Die neue Version mit der Bezeichnung Claude Opus 4.6 soll besser darin sein, Sicherheitslücken in Software zu finden.

Demnach hat die künstliche Intelligenz (KI) bereits mehr als 500 bisher nicht bekannte schwerwiegende Schwachstellen in Sammlungen von Open-Source-Programmen entdeckt, heißt es in einem Blogeintrag des Unternehmens . Anthropic hatte zuvor allerdings davor gewarnt, dass Onlineangreifer für ihre Attacken ebenfalls auf künstliche Intelligenz setzen.

Wissen wie Finanzexperten

Zudem soll die neue KI in der Lage sein, in kurzer Zeit komplexe Finanzanalysen durchzuführen, mit denen hoch bezahlte Analysten sonst Tage beschäftigt wären. Dafür werte die künstliche Intelligenz etwa Unternehmensdaten, Pflichtmitteilungen und Marktinformationen aus, wie Anthropic in einem Blogeintrag schreibt .

Eine unmittelbare Auswirkung: Kurz nach der Ankündigung der neuen KI-Software mussten die Aktien von Finanzanalyse-Firmen teilweise deutliche Kursverluste hinnehmen . Schon in der vergangenen Woche hatte Anthropic mit einem Angebot für juristische Dienstleistungen einen Kursrutsch bei Spezialisten für klassische Software in diesem Bereich ausgelöst.

Die KI kann auch Powerpoint und Excel

Ganz pragmatisch soll die neue Claude-Version aber auch bei Büroarbeiten helfen. So soll die Software etwa helfen, umfangreiche Berechnungen und Analysen in der Tabellenkalkulation Excel zu erstellen und durchzuführen . Anthropic weist allerdings darauf hin, dass Claude Fehler dabei machen kann, und empfiehlt: »Sie sollten Änderungen immer überprüfen.«

Auf ganz ähnliche Weise lässt sich die Software auch verwenden, um Präsentationen in Powerpoint aufzubauen . Sowohl die Powerpoint- als auch die Excel-Integrationen befinden sich allerdings noch in der Beta-Phase, können also Fehler enthalten. Zudem sind sie nur für Nutzerinnen und Nutzer verfügbar, die mindestens das 100 Dollar pro Monat teure Max-Abo gebucht haben.

Kampf um Firmenkunden

Der ChatGPT-Erfinder OpenAI veröffentlichte unterdessen fast zur gleichen Zeit eine verbesserte Version seiner KI-Software zum Programmieren. GPT-5.3-Codex sei das erste KI-Modell, das maßgeblich an seiner eigenen Entwicklung beteiligt gewesen sei, sich also teilweise selbst programmiert habe, heißt es von OpenAI.

OpenAI und Anthropic wetteifern darum, ihre KI-Software in Unternehmen und Behörden unterzubringen. Aktuell setzt die Branche auf sogenannte KI-Agenten, die eigenständig mehrstufige Aufgaben erledigen können. Bisher veränderte künstliche Intelligenz vor allem das Programmieren von Software. Früher mussten Menschen den Softwarecode weitgehend selbst schreiben. Inzwischen wird dieser zu großen Teilen von KI erstellt und erst dann von Programmierern geprüft.

mak/dpa