Johannes Winkel, Kopf der Rentenrebellen, warnt vor einem Ausbleiben weiterer Rentenreformen. »Der Reformbedarf in Deutschland wird durch dieses Rentenpaket nicht kleiner, sondern noch größer«, sagte der Chef der Jungen Union dem SPIEGEL.
319 Abgeordnete hatten am Freitag für Kernpunkte des umstrittenen Rentenpakets gestimmt. Dabei wurde auch die von Bundeskanzler Friedrich Merz faktisch eingeforderte »Kanzlermehrheit« von mindestens 316 Stimmen erreicht. (Lesen Sie hier alle Entwicklungen zur Abstimmung im Bundestag im Liveblog ) Winkel sieht die Koalition nun in der Pflicht: »Die Bundesregierung hat um Vertrauen geworben, dass eine Rentenreform im nächsten Jahr kommt. Damit steht die Regierung im Wort.«
Winkel, 34, gehört dem Bundestag erst seit diesem Jahr an. Die Junge Union führt er seit 2022. Winkel legt Wert darauf, dass er der Arbeitnehmergruppe in der Fraktion angehört. Und nicht wie die Mehrheit der Abgeordneten dem wirtschaftsliberalen Parlamentskreis.
Seit dem Frühsommer haben Winkel und Pascal Reddig, Chef der Jungen Gruppe, intern auf ihr Problem mit der Haltelinie beim Rentenniveau und die Folgekosten nach 2031 aufmerksam gemacht. Dabei fühlten sie sich von der Führung in ihrem Widerstand gegen SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas lange bestärkt. Auch von Merz. Doch beim Deutschlandtag Mitte November kam es zum offenen Streit. Seitdem steht Winkel auch als Person für den Widerstand gegen den Kanzler.
»Die Debatte um Reformen wurde jetzt angestoßen«, sagte Winkel dem SPIEGEL. »Manche sagen: ›Das reicht jetzt aber auch.‹ Wir brauchen aber nicht nur Reformdebatten, sondern Reformentscheidungen. Deshalb ist für uns klar: Es geht jetzt erst los.«
