SpOn 19.11.2025
20:00 Uhr

Johann Wadephul: Deutschland ist nicht in angebliche Geheimgespräche zum Ukraine-Friedensplan eingeweiht


Die Ukraine erlebt eine neue Welle schwerer russischer Luftangriffe. Unterdessen berichten US-Medien über Gespräche zwischen Washington und Moskau zu einem 28-Punkte-Friedensplan. Die Bundesregierung wurde nicht »gebrieft«.

Johann Wadephul: Deutschland ist nicht in angebliche Geheimgespräche zum Ukraine-Friedensplan eingeweiht

Deutschland hat laut Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) keine Kenntnis von angeblichen Geheimgesprächen zwischen den USA und Russland über einen Ukraine-Friedensplan. Die Bundesregierung sei über den von US-Medien genannten 28-Punkte-Plan  nicht »gebrieft worden«, sagte Wadephul vor Journalisten in Berlin. Er betonte, dass alle internationalen Partner weiter daran arbeiten würden, Präsident Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen.

Wadephul bezeichnete die laufenden gemeinsamen Treffen in Istanbul als wichtigen Schritt und bekräftigte die Unterstützung Deutschlands für diese Gespräche. Zugleich setze Deutschland weiter auf die Unterstützung der Ukraine, um Putin klarzumachen, dass ein Verhandlungsprozess alternativlos sei. »Wir stehen der Ukraine militärisch, politisch und wirtschaftlich dauerhaft zur Seite«, sagte der Außenminister.

US-Medien berichten über geheimen 28-Punkte-Friedensplan

Die Trump-Regierung arbeitet offenbar heimlich und in Abstimmung mit Russland an einem neuen Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs. Darüber berichtete das US-Nachrichtenportal »Axios«  unter Berufung auf US-amerikanische und russische Beamte.

Der Plan umfasst demnach 28 Punkte und orientiert sich am Gaza-Abkommen von Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident hatte sich für diesen Deal feiern lassen, der nach zwei Jahren Krieg zu einer fragilen Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas führte.

Erdoğan drängt Kyjiw und Moskau zu neuen Istanbul-Gesprächen

Vor dem Hintergrund schwerer russischer Angriffe auf die Ukraine hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Kyjiw und Moskau zu einer Fortsetzung von Verhandlungen in Istanbul aufgefordert. Die Gespräche seien vor dem Hintergrund »zermürbender Auswirkungen des Krieges für beide Seiten« wichtig, sagte Erdoğan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj in Ankara.

Selenskyj pflichtete Erdoğan in der Frage von Verhandlungen bei. »Wir hoffen auf die Stärke der türkischen Diplomatie und dass sie in Moskau verstanden wird.« Ohne konkreter zu werden, erwähnte er, dass »viele Prozesse aktiv sind«.

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Russland hat unterdessen einen der schwersten Luftangriffe auf den Westen der Ukraine unternommen. Selenskyj sprach in den sozialen Netzwerken von mehr als 470 Angriffen mit Drohnen und 48 Attacken mit Raketen und Marschflugkörpern in der Nacht. Die Ukraine griff indes erstmals wieder mit US-Raketen vom Typ Atacms Ziele im russischen Hinterland an, diesmal in der Region Woronesch.

lkö/dpa