Schauspielerin Jodie Foster stand bereits mit zwölf als minderjährige Prostituierte für den Film »Taxi Driver« vor der Kamera, für den sie mit 14 ihre erste Oscarnominierung erhielt: Und genau dieser frühe Erfolg sei es möglicherweise gewesen, der sie vor sexuellem Missbrauch in Hollywood bewahrt habe, vermutet die heute 63-Jährige. »Ich musste mir wirklich Gedanken darüber machen, wie ich gerettet wurde«, sagte sie dem Radio-Sender NPR .
Sie habe zwar »frauenfeindliche Mikroaggressionen« erlebt, sagte Foster. »Das gehört einfach dazu, wenn man eine Frau ist, oder? Aber was hat mich davor bewahrt, diese schlimmen Erfahrungen, diese schrecklichen Erfahrungen zu machen?« Sie sei zu der Überzeugung gelangt, dass es an ihrem frühen Ruhm lag: Als sie für ihre Rolle in »Taxi Driver« ihre erste Oscarnominierung erhielt, habe sie zu »einer anderen Kategorie von Menschen, die Macht hatten« gehört. »Ich hätte Karrieren zerstören können«, so schätzt es Foster ein.
Es gebe allerdings wohl auch noch einen anderen Grund: ihre Persönlichkeit. »Es ist sehr schwer, mich emotional zu manipulieren, weil ich meine Gefühle nicht so offen zeige.«
Dass sie ihren frühen Start ins Schauspielbusiness dennoch kritisch sieht, zeigen Äußerungen bei einem Filmfestival in Marrakesch von Ende vergangenen Jahres: »Es ist eigentlich einfach ein grausamer Beruf, der für mich als junges Mädchen ausgesucht wurde«, sagte sie dort. Über Eltern, die ihre Kinder zum Schauspiel ermutigen, sagte sie, sie wisse, »wie gefährlich das ist«.
Foster stand bereits im Alter von drei Jahren erstmals vor der Kamera. Ihre Mutter arbeitete damals in der Filmbranche und hatte der kleinen Jodie einen Werbedreh für Sonnencreme vermittelt. Es folgten weitere Werbespots, bevor sie ab 1968 in TV-Serien auftrat und in ersten Filmen mitspielte.
