SpOn 13.01.2026
12:08 Uhr

Jerome Powell: Notenbanker weltweit verteidigen Fed-Chef der USA


Das US-Justizministerium ermittelt gegen Zentralbankchef Jerome Powell. Beobachter fürchten einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Institution. Elf Notenbanken haben Powell ihre Unterstützung ausgesprochen.

Jerome Powell: Notenbanker weltweit verteidigen Fed-Chef der USA

Die Vorsitzenden mehrerer Zentralbanken haben am Dienstag eine gemeinsame Erklärung  abgegeben, in der sie den Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, unterstützen. Zuvor hatte die Trump-Regierung Powell nach dessen Aussage mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht.

»Wir stehen in voller Solidarität mit dem Federal Reserve System und seinem Vorsitzenden Jerome H. Powell«, teilten die Chefin der Europäischen Zentralbank, der Chef der Bank of England und die Vorsitzenden neun weiterer Institutionen demnach mit. »Die Unabhängigkeit der Zentralbanken ist ein Eckpfeiler der Preis-, Finanz- und Wirtschaftsstabilität im Interesse der Bürger, denen wir dienen.«

Powell habe »mit Integrität gedient, sich auf sein Mandat konzentriert und sich unermüdlich für das öffentliche Interesse eingesetzt«, heißt es weiter. »Für uns ist er ein angesehener Kollege, der von allen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, hoch geschätzt wird.«

Powell hatte am Sonntag in einer außergewöhnlichen Stellungnahme mitgeteilt, dass das US-Justizministerium der Fed eine Vorladung zugestellt und mit einer Anklage gedroht habe. Dabei geht es offiziell um den geplanten Umbau des Fed-Gebäudes für 2,5 Milliarden Dollar.

Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand. Er vermutet, dass US-Präsident Donald Trump ihn unter Druck setzen will, da die Notenbank bei ihren Zinsschritten ihren eigenen Maßstäben und nicht den Wünschen von Trump folgt.

Staatsanwältin spielt Vorgang herunter

Trump fordert schon lange niedrigere Zinsen und macht Druck auf Powell. Die Fed bleibt jedoch eher vorsichtig und verweist auf Inflationsrisiken. Trump hatte Powell regelmäßig beschimpft und drohte zwischenzeitlich damit, ihn zu entlassen, was rechtlich strittig gewesen wäre.

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Nach Kritik an den Ermittlungen gegen US-Notenbankchef Jerome Powell hat die zuständige Staatsanwältin am Dienstag versucht, den Vorgang kleinzureden. Außer Powell habe niemand das Wort »Anklage« in den Mund genommen, erklärte Jeanine Pirro auf der Plattform X. Ihre Behörde habe lediglich zu Vorladungen greifen müssen, da die Notenbank Informationsanfragen zu Kosten von Renovierungsarbeiten am historischen Gebäude der Federal Reserve (genannt Fed) »ignoriert« habe, behauptete sie.

Auch in den Reihen der Republikaner regt sich unterdessen Widerstand. Lesen Sie hier  mehr dazu.

kko/Reuters