Saudi-Arabien bombardierte nach Darstellung der Separatisten am Freitag überraschend einige ihrer Stellungen im Jemen. Die Separatisten werden von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Sie hatten in vergangenen Wochen große Gebiete in den ölreichen Provinzen Hadramaut und al-Mahra eingenommen. Beide machen etwa die Hälfte der Landesfläche aus.
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind eigentlich Verbündete im Kampf gegen die Huthis im Jemen. Zugleich konkurrieren sie dort aber um Einfluss und Ressourcen und unterstützen auch bei anderen Konflikten – etwa im Sudan – unterschiedliche Seiten.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis drohte den Separatisten ebenfalls mit weiteren Angriffen. Man werde »direkt und umgehend« auf »militärische Bewegungen« reagieren, erklärte ein Sprecher.
Man werde sich durch die saudischen Luftangriffe nicht von den eigenen Zielen abbringen lassen, teilten derweil die Separatisten mit. Diese würden »keinem Weg der Verständigung dienen und die Menschen des Südens nicht von ihrem Kampf abbringen für eine Wiederherstellung ihrer vollen Rechte«. Zugleich betonte der STC seine weitere Verpflichtung im Kampf gegen die von Iran unterstützten Huthis, die den Norden des Landes, einschließlich der Hauptstadt Sanaa, kontrollieren.
Die Angriffe im Jemen markieren eine überraschende Wendung und eine neue Stufe der Eskalation im Bürgerkrieg. Dieser spielt seit einem Jahrzehnt vor allem zwischen der Huthi-Miliz einerseits und andererseits der jemenitischen Regierung mit den Verbündeten in Riad. Es ist aber offen, ob die Angriffe zu einer neuen Phase schwerer Gefechte führen werden oder ob Riad seinen diplomatischen Druck auf die Emirate nutzen kann, um einen Rückzug der Separatisten durchzusetzen.
